Man mag über den Film, der heute in den deutschen Kinos anläuft, schreiben, was man will. Aber auf keinen Fall, dass es eine schlechte Fortsetzung ist. Überhaupt, Fortsetzung trifft es auch nicht ganz, denn der Film hat nicht so viel mit seinen Vorgängern gemeinsam, wie es der Titel vermuten lässt. Aber wie bereits eingangs geschrieben, ist dies keinesfalls ein Grund dafür, dass der Film schlecht sei.
Am Anfang fühlt man sich in den falschen Film versetzt. Ein am Boden liegender Wing (Jackie Chan), scheinbar von Problemen zerfressen und vom Alkohol zersetzt. Es ist ein kläglicher Anblick. Was der Betrachter kurz darauf mitbekommt, ist eine scheinbar andere Welt. Es sind alltägliche Dinge, Polizeiarbeit. Der Szenenwechsel bringt uns ein Jahr zurück. Wing ist ein beachtlicher Cop und hat es weit gebracht. So löst er die härtesten Fälle bei der Polizei von Hong Kong und ist immer erfolgreich. Doch in dem Ganzen ist Wing einem sehr nahe: Der Überheblichkeit, irgendwo in Richtung eingebildet.
Doch soll sich bei unserem Vorzeigepolizisten jeher alles ändern. Eine Bande von Jungspunten, geführt von Joe (Daniel Wu), begeht den großen Coup in einer Bank, und lässt sich dabei nicht lumpen, die Polizei zu dem Spektakel herbeizurufen. Schnell wird klar, die Bande hat es auf die Polizisten selbst abgesehen. Der Bankraub endet in einem Drama. Wing wird auf den Fall angesetzt und verkündet die Frist. Drei Stunden bis zur Festnahme werden es sein...
Für Wing kommt es jedoch anders, seine Pläne enden ebenfalls in einem Drama; er verfällt in Depressionen und verliert sich in Schuldgefühlen, viele Männer aus seiner Truppe sind gefallen. Es ist ein trauriges Schauspiel, aber wie würde man selbst reagieren? Diese Frage stellt man sich unweigerlich.
Von Rache an den Tätern ist Wing weit entfernt. Stellt sich die Frage, ob Fung (Nic Tse), ein Neuling der mit Herz an der Sache ist und scheinbar Wing wieder zurückbringen will, etwas ändern kann.
Der Film allgemein ist eine wunderbare Mischung aus persönlichen Schicksalen und actiongeladener Unterhaltung. Dabei muss man aber auch darauf hinweisen, dass der Film, wie es zu erwarten war, nicht mehr vor typischem Jackie Chan-Humor strotzt (Chan hat es selbst verkündet, was seine Zukunft bringen soll). Er ist vorhanden, dem Film ist aber ein eindeutig dunkleres Image verschrieben. Nicht fehlen dürfen natürlich die immer schon atemberaubenden Stunts, die jedoch einen mehr an die Wirklichkeit angepassten Touch ausspielen. Trotzdem bleiben sie mehr als überzeugend und perfekt. Erinnerungen an alte Police Story-Zeiten kommen bei den Stunts am Bus auf, immer wieder schön ;)
Wunderbar passend mag man auch die musikalische Untermalung des Ganzen bezeichnen, denn sie ist zwar zum Action-Film passend pompös, hat aber auch sehr aufregend frische Aspekte an sich, die man so nicht oft bei einem Action-Film hört.
Fazit: Der Film gehört wahrlich zu den besten Filmen von Jackie Chan, und durch die Arbeit von Benny Chan kann der Film eigentlich nur als wirklich gut bezeichnet werden. Das Drama um einen Polizisten, der scheinbar alles verloren hat, wird überzeugend dargestellt und reißt den Zuschauer tief in die Gefühlswelten von Wing und seinem Umfeld mit.
New Police Story ist nicht nur dem Jackie Chan-Fan ans Herz zu legen... Denn gute Filme überzeugen, und dieser gehört dazu!
Nebenbei: Manchmal traurig ist Product-Placement schon, noch trauriger, dass auch in diesem Film dies manchmal doch zu aufdringlich ist... Aber was will man machen, Filme werden immer teurer, wollen irgendwie finanziert werden ^^
Daten:
San ging chaat goo si / New Police Story (2004)
.. freigegeben ab 16
Genre: Action, Drama, Spannung...
Dauer: 124 min.
Regie: Benny Chan
Drehbuch: Alan Yuen
Produktionsleiter: Jackie Chan, Willie Chan, Bu Ting Yang, Albert Yeung
Jackie Chan .. Wing
Nicholas Tse .. Fung
Charlie Yeung .. Ho Yee
Charlene Choi .. Sa Sa
Daniel Wu .. Joe
Dave Wong .. Sam
Andy On .. Tin Tin
Terence Yin .. Fire
Hayama Go .. Max
Coco Chiang .. Sue
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