Ok, nachdem in Deutschland inzwischen, gleich dem Vorbild in den USA, alles und jeder verklagt wird, kommt dieser neue Trend auch in Klein Bloggersdorf an. Die Rede ist aber keinesfalls von Klagen, die einen "echten" Streitwert haben... Eher ist es etwas sehr belustigendes, worüber man eigentlich lachen könnte, wäre es nicht so verdammt traurig, was da eingeklagt werden soll.
Beim Werbeblogger Patrick Breitenbach fordert Papa Klum (der von der Heidi) unter Androhung weiterer Schritte den Namen des Töchterchens (ich tue einen Dreck am Arsch riskiere ich es ich sehe davon ab, keine Erwähnung ihres Namens am Stück hier, ich will doch nicht verklagt werden) aus einer URL zu nehmen.
Die URL ist auch böse, macht man doch ohne Erlaubnis (also ohne Zahlung von Millionen/Milliarden) Werbung mit dem Namen ..... ...., was fällt dem Werbeblogger nur ein!
Was soll man denn jetzt davon halten.
Dann bekommt der Shopblogger Björn Harste Post vom Sozialgericht Bremen. Herr Shopblogger hat sich hier der Namensanmaßung schuldig gemacht - so das Sozialgericht zumindest. Nicht erwähnenswert jedoch, dass es sich hier um den Titel eines Blogeintrags handelte (welcher Sicherheitshalber inzwischen geändert wurde, die Behörde sitzt am längeren Hebel), welcher (durch den Aufbau der Blog-Software) für den Beitrag als Titel angezeigt wurde. Das gleich unter diesem "Titel" der Name des Blogs ("Der Shopblogger") steht, scheint den Damen und Herren beim Sozialgericht entgangen zu sein...
Also dass es sich gar nicht um eine Namensanmaßung handelt, aber nun gut, lassen wir ihnen das Wunschdenken, man will sich ja darin zeigen, dass die Behörden in Deutschland auch im neuen, digitalen Zeitalter angekommen sind und sich auskennen.
Dazu wurde auch ein guter Kommentar auf den Seiten des Shopblogger gepostet:
Zur rechtliche Beurteilung: Der Shopblogger ist nicht dafür verantwortlich was die Firma Google auf Ihren Seiten macht.
Und den Begriff "Sozialgericht Bremen" als Überschrift oder Title Tag für einen Text zu verwenden ist noch lange keine Namensanmaßung. Das wäre ja noch schöner...
Nun ja... man kann Denken was man will, aber beide Klagebegehren sind recht... weit hergeholt seltsam. Aber nun, was soll man machen, realitätsferne für manche unverständliches kann man ja nicht verbieten.
Aber es wäre ja nicht schön, würde das schon alles sein. So hat auch Udo Vetter vom law blog einen sehr merkwürdigen Genossen am Telefon gehabt. Ein Beitrag wurde beanstandet, ein Markenname wurde - unerlaubt!?! - erwähnt. Es ist aber doch des Genossens Wort! Aber das Wort (der Markenname) gehört doch dem netten Herren am Telefon! Igitt pfui, wie kann man nur dann dieses Wort einfach so im eigenen Blog nutzen. Soll wohl in einer Abmahnung enden, wenn es nicht geändert wird (und wir haben alle Angst, besonders Udo Vetter, der sich mit rechtlichen Dingen ja auskennen könnte).
Es könnte, man sieht es schon, durchaus ein sehr aufregendes Jahr werden. Mal schauen, was da noch auf uns zukommt. Vielleicht noch realitätsfernere, sinnlosere und überhaupt, aufregendere Klagebegehren? Wir werden sehen ![]()
Und ein sehr netter Nachschub: Wie ist das eigentlich mit dem MarkenBlog von Stefan Fuhrken... Da wird doch Marke nach Marke erwähnt. Nein, daran wird wohl auch Herr MarkenBlog nicht denken wollen.