... jegliches journalistisches Handwerkszeug"
Zu dem hier, einem ganz tollen Interview mit einem ganz tollen Menschen, der ganz toll über die ganz tollen Blogs denkt, haben sich ganz viele, total tolle Blogger-Kollegen schon super toll ausgelassen. Aber ich will auch noch mal ganz toll meine super tolle subjektive Meinung zum Besten geben. Denn ich bin Egozentriker, will meinen Mitteilungsdrang unbedingt befriedigen, und überhaupt... wo bleibt meine Hypersubjektivität?
Achtung... jetzt kommt viel Schrott Dreck sinnfreies Gebrabbel... von wem, findet es für euch selbst heraus. Ach so, viele Zitate außerdem
Nicht jeder Blogger ist Journalist. Den meisten Bloggern fehlt jegliches journalistisches Handwerkszeug. Professionelle Journalisten selektieren verschiedene Quellen und analysieren diese anhand von Fachwissen. Sie versuchen, sich bei der Recherche ein möglichst objektives Bild eines Sachverhalts zu schaffen, das unbeeinflusst ist von ihren eigenen sozialen Kontexten und Ansichten. Alle beteiligten Parteien anzuhören, ist unter anderem ein entscheidendes Charakteristikum von professionellem Journalismus. Daran muss man Weblogs messen. Sie sind eben in erster Linie private Online-Tagebücher.
Oh shit... Wir Blogger haben’s nicht leicht. Erst werden wir gelobt, als positiv zur Kenntnis zu nehmendes Medium gepriesen, und nun wieder zum privaten Online-Tagebuch degradiert. Sehr toll. Nun ja, ich wollte eigentlich nie wirklich Journalistisch tätig sein in meinem Blog, eher wohl einfach der freien Meinungsäußerung zu Themen, die mich interessieren, frönen. Subjektiv sind die Einträge dann meist, tut mir ja leid. Nur haben viel zu oft diese tollen Journalisten nicht wirklich mehr Fachwissen, als ein Blogger, der über Themen, die ihm zusagen, schreibt. Oft wohl sogar weniger. Objektiv? Was bringt mir das, wenn man nur gefährliches Halbwissen von sich gibt?
Aber viel zu allgemein, gibt bei Bloggern und bei Journalisten gleichermaßen Leute, die auch anders können... Seit wann sind alle tollen Journalisten so total objektiv? Sind sie doch gar nicht, können ihre Subjektivität nur besser verheimlichen. Immer wieder das Gleiche... der Journalist sieht es als "Journalist ist gut, der Blogger ist böse!", der Blogger wieder anders rum. Viel zu flache Betrachtungsweise, falsch und zu allgemein!
[..] Die meisten Blogger sind von ihrer Selbstdefinition her viel subjektiver als jeder seriöse Journalist. Während ernsthafte Journalisten zumindest versuchen, objektivierbare Kriterien einzuführen, sind viele Blogs von einer Hypersubjektivität getrieben. Der Blogger stellt seine eigene Person in den Vordergrund. Es handelt sich oft um selbstverliebte Egozentriker, die ihren Mitteilungsdrang befriedigen wollen. Das ist legitim, aber keine journalistische Haltung.
Hmm... jetzt wird’s aber persönlich, ne? Aber ich weiß nicht...
Eigentlich wollte ich noch viel mehr schreiben, aber es geht einfach nicht. Hier hat einfach jemand nicht verstanden, warum es Blogs gibt und wozu überhaupt. Wären alle Blog-Schreiber ernsthaft daran interessiert, journalistisch (wer sagt eigentlich, wieso Journalisten so arbeiten müssen, wie sie es laut dem Herren hier im Interview tun?) tätig zu sein, würden sie Zeitungen gründen und sich der "Objektivität zuschreiben"...
Aber jetzt muss ich mich also als Egozentriker sehen - nur weil ich einen Blog habe, und sich jemand einbildet, Blogger (natürlich ohne sie zu kennen) als Egozentriker abstempeln zu müssen! Klasse. Eigentlich sehe ich das Alles aber auch viel zu eng... Hier wird ja die ganze Zeit ganz brav von "meistens", "oft", "viele", "einige" und so geredet. Journalisten sind ja objektiv.
Viele Blogs sind gespickt mit Anfeindungen, Unterstellungen und systematischer Provokation. Es werden beispielsweise bewusst andere niedergemacht, ohne dass der Blogger jemals persönlich mit ihnen in Kontakt getreten ist.
Wir sind aber auch böse. Die meisten Blogger machen andere Leute nieder, nachdem diese sich selbst im "anonymen" Bereich Internet "unschön" über gewisse Dinge äußern - für alles gibt es einen Grund, sei er noch so subjektiv. Oder haben sie, Herr Leif mit allen Bloggern Kontakt gesucht, bevor sie dieses tolle Interview gaben und sich so "abwegig" über die vielen Blogger allgemein geäußert haben? Erm, ihr Lebenswerk und so in allen Ehren, aber wer provoziert hier eigentlich gerade wen?
Ja, aber wir machen das Alles nur, weil wir auf uns lenken wollen. Ich will im Mittelpunkt stehen, mir fehlte schon immer in der gesamten Umwelt das Interesse an mir! Beachtet mich! Scheiße, wie kann man auf solch dümmliche Annahmen kommen?
Dadurch lenkt er jedoch Aufmerksamkeit auf sich selbst und genießt den Hype, der um ihn herum entsteht. Dem Großteil der Blogger geht es eben nicht ernsthaft darum, einen Sachverhalt aufzuklären oder einen Vorgang zu analysieren. Die meisten präsentieren nur einen privaten Tabledance.
Ach so, dann kommt auch als "positives" Beispiel der BILDblog zur Ehre... Diese Seite in allen Ehren, ich liebe sie. Aber genau dieses "Blog" würde ich persönlich inzwischen ebenfalls (wie viele andere auch) zuletzt als klassisches Blog einschätzen. Nur wen interessierts, der BILDblog nennt sich Blog, sieht sich also auch als Blog, und warum soll das dann nicht so sein? Wayne...
Blogs sind auch eine Modeerscheinung, aber nichtsdestoweniger kann man sie sinnvoll nutzen. Sie können beispielsweise Impulse und Ideen für neue Themen liefern und stellen natürlich auch eine Informationsquelle und Kommunikationsbasis dar.
Wenn zum Beispiel jemand einen Film über die homosexuelle Szene und das Barebacking, also das bewusste Spiel mit dem HIV-Risiko, machen möchte, dann kann er über Blogs möglicherweise mit Leuten, die risikoreich Sex haben, in Kontakt kommen. Blogs sind potentiell hilfreich, um in Milieus vorzudringen, zu denen man normalerweise keinen Zugang hat. Sie sind ein Reservat für Authentizität.
Irgendwie... ist das jetzt positiv, negativ, gar nichts von beiden, Beleidigung der Blogs oder... ich weiß nicht, wir sind also die perfekte Einstiegsbasis zu "Milieus"?
Eigentlich finde ich dieses Zitat von kaotisch nur perfekt:
Und ich frage mich immer wieder: ist dieses “Kleingerede” der Blogs von Seiten der Journalisten eher Angst oder Arroganz? Bisher konnte ich das für mich noch nicht beantworten.
So, jetzt schlafen wir erstmal eine Nacht darüber, morgen ist ein neuer, frischer Tag, an dem wir auf neue Opfer eindreschen... erm, 'tschuldigung, unsere Subjektivität, den Egozentriker rauslassen können.
Denn Blogger sind das Böse, Journalisten heilig... oder nein, Blogger sind perfekt, Journalisten doof... ne, wartet. Ach, wird mir jetzt zu schwer. Schaut einfach nur her, hier dreht sich alles um mich, subjektiv wie immer. Denn das ist meine Klowand... erm, auch nicht... mein Tagebuch, mein Mülleimer, oder war es doch Blog? Na ja...
Und morgen, liebes Tagebuch: Wie ich noch mehr ich-betont wurde.
[Zusatz]
Noch ein schöner Kommentar beim Werbeblogger, geschrieben in den Kommentaren von Matthias Wagner:
Thomas Leif macht den Fehler, seine Vorstellung von Journalismus (die völlig korrekt ist) auf Blogs zu übertragen (was Quatsch ist). Natürlich gibt es Watchblogs wie das BILDblog, und die kann man mit journalistischen Maßstäben messen. Aber was ist mit den literarischen, protokollierenden, tagebuchartigen, tausenderlei anderen Blogs?
Ich bin selbst Journalist UND Blogger. Und ich genieße es, im Blog die Freiheit zu haben, all das tun zu können, was tagtäglich in der Redaktion NICHT geht.
Manchmal wünscht man es sich wirklich, dass in gewissen Bereichen die Einstellungen aller Menschen gleich sei...
Disclaimer: Nicht nur, dass dieser Beitrag keinerlei Anspruch auf Objektivität für sich behält, garantiere ich außerdem, dass jegliche Aussagen meinerseits hier vollkommen subjektiver Natur sind und nicht ohne zur Hilfenahme einer objektiven Quelle, wie dem Interview bei SpOn oder der tollen Seite webwatching.info zu Gemüte genommen werden sollten.