Mit dem Blog Geld machen?

16.Mai 2006 . Angels Sin

Derzeit läuft eine sehr hitzige Diskussion, vor allem zwischen Robert (Basic Thinking) und Patrick (Blogdiplomatie) zum Thema "Mit dem Blog Geld verdienen" - und einige Nebenaspekte.

Blogs sind also nichts anderes als reine Contentmaschinen, Linkfarmen und Trafficmagneten? Wer Blogs als Werbefläche mit gelegentlichen Inhalten definiert, hat leider nicht wirklich verstanden, was Weblogs sind und was sie bewirken können. [..]

Das Problem insgesamt, welches ich bei dieser Diskussion derzeit erahne ist, dass sich hier alle auf einen Standpunkt stellen und diesen erbittert verteidigen. Soweit so gut. Nur scheint es mir, dass auch irgendwo insgesamt aneinander vorbeigeredet wird.

Woher also diese Meinung, dass Trafficziele den Gedanken der Blogs negieren? Woher die Meinung, dass gezielte Kommerzialisierungsbestreben von vornherein dem Bloggedanken zugegen laufen? Verquert ist sie nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass zahlreiche Menschen einer Arbeit nachgehen, die sie mitunter sogar hassen wie die Pest. [..]

Wenn man sich beide Zitate anschaut, könnte man durchaus den Gedanken aufbringen, dass hier von zwei verschiedenen Richtungen auf das Thema eingegangen wird, die eigentlich so aber kaum etwas miteinander zu tun haben. Zwar sind die Zitate jetzt sehr aus dem Kontext gerissen, sind aber mehr oder weniger gute Zusammenfassungen dafür, aus welchen Richtungen die beiden Blogger hier auf eine berechtigte Angelegenheit zugehen. Auf der einen Seite stimmt es schon, denn es besteht immer die Gefahr, dass man sich durch einen gewissen Erfolg mit dem Blog zu einer recht eintönigen, nur noch auf Geld ausgelegten Persönlichkeit einarbeitet. Doch andererseits muss das natürlich nie zwangsläufig der Fall sein, Geld verdienen kann man auch, wenn man weiterhin sich selbst treu bleibt - ohne sich verbiegen zu müssen oder ähnliche fragwürdige Dinge.
Da wir schon mit der Fußball WM dieses Jahr beglückt sind, einfach mal ein Beispiel von hier. Es gibt viele Profis, die sind inzwischen wirklich sehr beschränkt Fußballbegeistert, sie verdienen einfach das Geld, das für den Luxus herhalten muss. Andere wiederum verdienen mit einem Hobby, dass sie weiterhin ohne jegliche Einbuße als Hobby mit angeschlossener Geldquelle ansehen. Beide in einen Topf werfen kann man nicht - darf man nicht. Ist das bei Bloggern dann anders? Wir werden es nicht erfahren, wenn manche nicht daraufhin arbeiten sollten - aber mit hoher Sicherheit, es wird ebenfalls so enden. Die einen werden weiterhin begeistert ihrem Blog frönen, Amateure bleiben aber halt auch das Geld für ihr Leben - welches wir nunmal alle brauchen - verdienen, die anderen könnten durchaus durch Sponsoring, Einfluss von Unternehmen etc. einknicken und nur noch halbherzig posten - vielleicht nicht einmal das, was sie eigentlich ausgezeichnet hat. Wer wird dann eingreifen? Der Markt... wer nicht mehr das schreibt, was einen auszeichnet, könnte schnell Leser verlieren. Und dann dürfte man merken, dass etwas falsch gelaufen ist.

Bei der Diskussion wiederum ist auch ein Faktor mit in die Gedanken eingeflossen. Das Schreiben für Google. Klar, viele tun dies einfach darum nicht, weil sie ihre Freiheit im Schreiben behalten wollen und einfach drauf los bloggen. Wie ich z.B. auch. Was interessiert mich großartig Google, wenn mir die Stammleser wichtiger sind. Auf der anderen Seite ist es aber nicht sofort als negativ abzustempeln, wenn jemand nicht nur für seine Leser schreibt, sondern auch für Google. Traffic, wenn man Geld verdienen will, ist nunmal wichtig. Sofot verteufeln ist hier einfach fehl am Platze, denn das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man seine Schreibe wirklich zum Negativen - oder sogar überhaupt - geändert hat.

Robert lässt sich insgesamt auf diese Zusammenfassung ein:

Zusammenfassend: Ich lese den Artikel eines “echten” Bloggers zehnmal lieber als einen thematisch gleichen Artikel auf Spon zB. Und wenn da 10x soviel Werbung auf dem Blog drauf ist, es ist mir egal. Weil ich weiss, dass der Blogger = Amateur mit vollem Engagement hinter seinem Thema steht, was idR der Verlag mit einem seiner hunderten von Nischenprodukten eben nicht tut. Dort wird in der Tat Content kaufmännisch geplant und umgesetzt. Berechnend. Kalkuliert. Ohne Seele. Von PR/Marketing- und Designagenturen professionell gebrandet und durchgestylt. Ich lese Amateure für mein Leben gern.

Hier kommt dann natürlich aber auch wiederum die Frage, ob der Blogger wirklich mit vollem Engagement schreibt. Doch irgendwo bekommt man das oft genug einfach durch die Art, wie geschrieben wird, mit. Ich für meinen Teil bleibe lieber weiterhin Werbefrei, weil ich meine Projekte schon immer lieber ohne Werbung gesehen habe. Und wenn ich irgendwo verhungere, meine eigenen Leitsätze für meine Projekte werde ich weiterhin verfolgen. Aber wer nicht will, nicht kann oder einfach Geld verdienen will - why not? Alles kann gut oder schlecht enden, es kommt auf die Person an. Ich kann eine super Idee für eine Wohlfahrt haben, die trotzdem rentabel läuft, bin ich ein Arschloch, wird sie dabei zwar rentabel aber dem Wort der Wohlfahrt nie im Leben gerecht. Von irgendwas leben muss jeder - no way out.

Beide haben irgendwo recht mit ihren Statements, falsch ist eigentlich nichts von dem, was man liest. Es sind nur zwei grundsätzlich mehr oder weniger verschiedene Ansätze für eine Sache, die durchaus auch positiv enden kann.
PS. Dass Johnny mit Spreeblick zur Zeit andere Wege geht als zu Google und dem ganzen Pipapo hin, finde ich wiederum vollkommen ok, immerhin ists jedem selbst überlassen wie und wo und was und wieso etc. In dem Sinne zwar ein netter Beitrag von Robert, aber insgesamt nicht mehr als nur eine Analyse anderer Wege.

Ist mir schon fast peinlich, das hier zu schreiben und beim Counter dann ca. 90% Suchmaschinenanteile bei mir zu sehen... doofer Fehler bei einem Bild, das ich mal hier gepostet habe. Shit happens. Denn von den Besuchern habe ich mit höchster Sicherheit (bisher nur mehr oder weniger durchgeschaut) nicht mehr als 1% behalten. Und ob die ganzen Besucher evtl. Banner etc. überhaupt geklickt hätten? Andere Sache ^^

Ich hoffe, ich werde nicht verhauen, wenn ich mich irgendwo vielleicht mit den Absichten vertan haben sollte oder so ^^° Ganz interessant für alle sind aber auch die Kommentare zum Blogeintrag von Robert.

5 Kommentare

GeldmachtSpass [Besucher]
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Ich finde es überhaupt nicht verwerflich mit dem eigenen Blog ein paar Euros hinzuzuverdienen. Letztlich kann der Betreiber mit seinem Blog veranstalten was er möchte. Ich finde wer guten Inhalt produziert, sollte auch die Chance bekommen zumindest die Umkosten (Hosting etc.) wieder zu erwirtschaften. Zugleich können z.B. Google-Anzeigen manchmal sehr nützlich sein, weil dort nur dezente Werbung eingeblendet wird, welche auch zum jeweiligen Blog-Posting passen.
geschrieben am 30.11.06 @ 17:43
von GeldmachtSpass [Gast]
Angels Sin [Mitglied]
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Klar :)
Soll ja letztlich jeder selbst entscheiden, was er für das Beste erachtet. Werbung ist schon immer eine Sache, bei der gut diskutiert wird... aber dazuverdienen ist ja eigentlich nichts schlimmes, denn von schönen Worten und guten Taten kann nunmal heutzutage keiner Leben. Umkosten wenigstens, das ist ja die Sache :)
Wenn jemand natürlich dann einen Blog aufmacht, nur um Werbung und seinen Geldbeutel dadurch zu füllen, kann man geteilter Meinung sein... aber letztlich wird dann schon der Markt bereinigen, sprich keiner wird es lesen.
geschrieben am 30.11.06 @ 17:52
von Angels Sin
Finanzblog [Besucher]
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Ich betreibe meine Blogs immer nur als Ergänzung zu bestehenden Portalen. Mit dem Verweis auf eigene Projekte oder Vergleiche lässt sich um einiges mehr Geld machen, als mit Werbung im Blog direkt, so jedenfalls meine bisherigen Erfahrungen. Kann da allerdings nur vom Finanzbereich sprechen, in anderen Bereichen sieht das vielleicht schon wieder ganz anders aus.
geschrieben am 01.11.07 @ 23:03
von Finanzblog [Gast]
Tagesgeld [Besucher]
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Es funktioniert durchaus!
geschrieben am 29.01.10 @ 21:20
von Tagesgeld [Gast]
Kreditkarte [Besucher]
Das wird nicht funktionieren!
geschrieben am 15.02.10 @ 16:02
von Kreditkarte [Gast]

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Trackback (1)


geld verdienen im internet
wenn sich das mit hartz IV weiter so kritisch entwickelt, wird man sich wohl mal mit neuen formen der einnahmegenerierung beschäftigen müssen.
geld verdienen mit blogs wäre doch eine variante.
Letztlich zählt am Ende nur eines: Traf...
geschrieben am 27.05.06 @ 17:37
Trackback von: hartzcore I
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