Ob soviel kleinkarierter Fließekacke könnte man glatt meinen... Scheiß auf die Fußba** W* 20** - zum Schutz gegen Abmahnungen wurde der Name der Veranstaltung unkenntlich gemacht, denn der Name beißt und ist gemeingefährlich. Was ich bei Basic Thinking, was der wiederum vom Spreadshirt-Newsletter erhalten hat, lese, lässt wieder einmal gänzlich jede Vorfreude - falls diese noch da sein kann - auf das Großereignis vergehen. Sehr geehrte Damen und Herren bei der FIFA, wenn ihr irgendwann mehreren vielen Fans entgegen kommt, und diese euch einen bösen Finger zeigen, diesen dann noch in ihren Allerwertesten stecken und euch nochmal - diesmal unter die Nase haltend (eure Nase) - zeigen, dann wisst ihr, wie fast 90% aller "Fans" über euch und euer Tun und Handeln denken.
Was passiert ist
So wie es aussieht, hat die FIFA im Kampf für ihr komplett durchkommerzialisiertes Großereignis (aus Stadionwurst mach “FIFA WM 2006 offizieller Golden Arches RoyalTS mit KäseTM “jedes Maß verloren:
Mittlerweile mahnt die FIFA ihre letzten verbliebenen Fans ab: beispielsweise den Freizeitkicker Michael M., der im mühevollen Nahkampf um ein einziges Ticket für Angola-Iran erfolgreich war. Jubelnd riss er sich sein Hemd vom (Bier formte diesen wunderschönen) Körper. Als Ersatz wollte er sich spontan als Souvenir folgenden Text auf ein Trikot drucken lassen. Er wollte (es kam nie dazu)…“WM 2006
IRAN-ANGOLA
ich war dabei”Unüberlegt legte er das Produkt in seinem Spreadshop an - vielleicht gab es ja außer ihm noch jemand, der im freien Verkauf an Karten gekommen war…?! (Es gab niemanden, zumindest niemand, der das Shirt wollte. M. hatte seinen Shop auch nicht beworben!)
Die Marken
Offensichtlich kannte sich Michael M. nicht aus im Paragraphen-Dschungel der verschlungenen nationalen und internationalen FIFA-Markenrechte.
Wusste er etwa nicht, dass “eutschland 2006″, “WM 2006″, “World Cup”, “Volunteers 2006″, “Talente 2006 - die FIFA WM in der Schule”, “WM Bier”, “Green Goal”, “FIFA Konföderationen-Pokal”, “Hamburg 2006″ oder”Fan Fest” (sic!) (sick!) unter vielen Anderen (!!! siehe unten) geschützte Marken der FIFA sind?!
Wusste er nicht, dass schon allein die Bezeichnung eines Artikels als “WM 2006-Shirt” in den Augen der FIFA ein Verbrechen ist?! Wusste er nicht, dass er für diesen Artikel eine Abmahnung und Unterlassungserklärung von den FIFA-Anwälten bekommen würde, samt Rechnung im vierstelligen Bereich? Wusste er nicht! Armer Michael M.
Er wird sein Ticket wohl auf dem Schwarzmarkt verscherbeln müssen, um wenigstens einen Teil der Anwaltskosten zahlen zu können.
Liebe Shop-Partner,
- die FIFA spielt nicht auf Zeit
- die FIFA wird den Fair Play PokalTM nicht gewinnen
- die FIFA hat nichts Besseres zu tun
- Namen und Details wurden geändert, der Rest ist wahrBei uns entsteht der Eindruck, dass es der FIFA leider nicht nur um den Schutz ihrer Markenrechte geht. Die FIFA könnte uns die konkreten Verstöße genau benennen, dann würden wir sie einfach löschen. Die FIFA nennt uns die konkreten Fundorte aber erst auf Nachfrage und erst, nachdem sie die kostenpflichtigen Abmahnungen an die Shopbetreiber verschickt hat. (Laut FAZ bereits ein halbes Jahr vor WM-Beginn über 1000 Verfahren in über 50 Ländern - die Summe der Anwaltsgebühren könnt Ihr selbst schätzen.)
Ich habs schon einmal vorgesungen, jetzt nochmal alle im Chor:
Ihr könnt nach Hause gehen, ihr könnt nach Hause gehen!
Auf der anderen Seite... was hat denn dann das Urteil des BGH zum Markenschutz von WM 2006 etc. überhaupt gebracht? Oder ist das einfach nur noch nicht rechtsgültig?
Bei der Marke „WM 2006“ kann nach Ansicht des Bundesgerichtshofs dagegen nicht von einem vergleichbar eindeutig beschreibenden Bezug der Bezeichnung ausgegangen werden. Zwar dient „WM 2006“ nach den Feststellungen, die das Bundespatentgericht für Waren und Dienstleistungen mit einem Bezug zur Fußballweltmeisterschaft 2006 rechtsfehlerfrei getroffen hat, gleichfalls dazu, einen internationalen Wettkampf im Jahre 2006 zu beschreiben. Dieses Zeichen ist daher für solche Waren und Dienstleistungen nicht unterscheidungskräftig. Insoweit hat der Bundesgerichtshof auch die Löschung der Marke „WM 2006“ bestätigt.