Plötzlich war er weg, der Strom

31.Juli 2006 . Angels Sin

Die WM ist vorbei, wichtiges gibt es derzeit kaum etwas, also kann man ruhig mal den Saft abdrehen - hat sich wohl auch unser lokaler Energielieferant gedacht. Na gut, abgedreht haben sie den Strom vielleicht nicht. Er hat sich eher von selbst verabschiedet.
In Raten macht das dann sogar ganz schön Spaß - mal davon abgesehen, dass man den Computer nicht anständig nutzen kann und auch sonst wenig an elektrischen Geräten nutzen kann. Aber das Schauspiel in der Nachbarschaft ist dann ganz amüsant. Denn erst ist man verunsichert - so auch hier bei uns. Man schaut erst, ob es vielleicht an einem selbst liegt. Sicherungen? Check, no problem. Leitungen? Na ja, keine toten, also dürfte noch alles ok sein. Also vielleicht doch irgendwie etwas externes. Nun denn, mal schauen, was die Nachbarn so machen.
Hier fängt es dann an. Man schaut aus den Fenstern, beobachtet und merkt, dass man doch nicht so ganz der einzige zu sein scheint, der Probleme hat mit dem Überleben Strom. Also mal raus aus der guten Stube und direkt an die Nachbarn wenden. Siehe da, alle haben das selbe Problem. Es geht alles, was nicht unbedingt viel braucht, der Rest - also eigentlich so gesehen fast alles wichtige - geht nicht mehr. Die Steckdosen geben es einfach nicht mehr her. Bleibt eigentlich nicht viel, als den Energielieferant anzurufen und diese unschöne Situation beenden lassen. Schön natürlich, wenn die am anderen Ende zu Späßen aufgelegt sind. Da bekommt man dann so lustige Sachen gesagt wie "Rufen sie doch einen Elektriker, wenn sie Probleme haben"... haha, Mr. Lustig, Ach hat gesprochen. Hat unserem Nachbarn aber irgendwie gestunken, also erstmal dem Herrn Witzig etwas ganz nettes flüstern. Dann funktionierte es plötzlich auch mit dem Verständnis.

Es hat eine Weile gedauert, man hatte also noch eine Zeit lang nur recht atmosphärisch dunkel leuchtende Lampen und ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr nachkommende Gerätschaften, die sich eher als nette Zimmerver(un)schönerungen herausstellten in den paar Stunden. Irgendwann machte es kurz bei den angeschalteten Lampen 'flacker' und es schien alles wieder zu gehen. Endlich sollten die Monitore, Computer und sämtliche Gerätschaften ihre Ruhe haben und nicht verrücktspielende Stromschwankungen. Also PC an, und endlich wieder online! Die Zivilisation hat einen wieder. Man will bloggen - so ungefähr darüber, was ich jetzt (wieder) schreibe... und zack. Es beginnt wieder. Kurzes Flackern, stromfresser werden sofort ob ihrer Gier mit zwangsabschaltung - nicht durch uns natürlich - bestraft, der Rest läuft auf Sparflamme. Und es wird dunkel. Draußen ist Nacht, in den Häusern ist plötzlich alles weg. Schluß mit Zivilisation, frühestes Mittelalter beginnt, nur schlimmer - man weiß ja nicht einmal, wo man noch die ganzen Kerzen hat (immerhin, haben tut man irgendwie immer welche, im Hinterkopf denkt man immer an so ein Szenario). Einigen - auch mir - kommt dann die Idee der Taschenlampen. Da sind Dorfbewohner recht gut ausgestattet, sowas ist schon fast obligatorisch. Und ich hab einen Trumpf in der Hand - ein Handy mit quasi Taschenlampe. Super, danke Sony Ericsson. Ein paar Minuten später ist wieder alles da... und bisher läuft es wieder rund.

Es ist schon seltsam, so mitten in der Zivilisation kommt man plötzlich wieder im Mittelalter an, und das nur durch ein seltsames Stromproblem. Wobei das seltsame Stromproblem ja insgesamt ein Totalschaden für kurze Zeit bedeutet hat, und sowas muss man sich erstmal da vorstellen, wo es heikel werden könnte. Und außerdem... ich ziehe meine Aussage zurück, ob der ganzen lustigen Szenarien draußen in der Nachbarschaft - es ist scheiße so ganz ohne richtig funktionierenden Strom XD Was solls... jetzt bitte bis zur nächsten WM - also genauer gesagt bis danach - wieder ohne Stromausfall und gut ist. Am Besten auch gar keiner mehr :D

Wäre in der Nachbarschaft niemand vor Ort - also keiner da, der den Notdienst anrufen könnte, wäre mir mit Sicherheit das alles auch gar nicht so lustig vorgekommen. Ich hätte mich wohl auf die Straße gestellt und nur noch:
Scheiße Notfall, kein Strom mehr, Internet weg, waaah!!!
geschrien! Ehrlich. Wie soll man denn sonst als Computer-Fuzzie sowas machen. Internet geht nicht, man kann also keine Mails schreiben... Telefonieren? Hmm, da war was. Stimmt, das hätte ich mir nach dem Schreien auch mal überlegt :D
Hätte das mit dem Schreien nicht geholfen, würde ich mich halt ins Auto setzen und zu Freunden fahren. Die hatten noch Internet, ha! 0wn3d da Stromausfall, haha.

Natürlich hätte es auch passieren können, dass der Stromausfall länger dauern würde. Das hätte vermutlich zur Folge, dass ich die doch sehr lange Aneinanderreihung von Wörtern da oben, die eine zumindest einigermaßen verständliche Aussage zusammengebracht haben, vermutlich nicht mehr schaffen würde. Auf die Straße stürmen würde ich trotzdem. Aber eben eher mit Wortfetzen, die keiner mehr versteht. Na ja, außer andere Computermenschen, die das gleiche Problem haben.
Waah... Notfall... Computer... Strom... Aus... Internet... Scheiße...

tags :: notfallproblemestromstromausfall
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