Alle Gaststätten "Zur Linde" bitte umbenennen!

8.November 2006 . Angels Sin

Übrigens ist das mit dem Geld verdienen über Abmahnungen wirklich sehr einfach. Ganz ehrlich, aber das wisst ihr ja schon. Nur für alle Fälle, für die, die noch nicht ganz dahinter gekommen sein sollten bzw. weitere Anregungen und Ideen für ein effektives Vorgehen brauchen. Hier eine Geschichte, die nicht nur das perfekte Beispiel für eine "gerechtfertigte" Abmahnung darstellt, sondern auch die überaus einwandfreie und vorbildliche Arbeitsweise des Deutschen Patent & Markenamts deutlich macht. Man muss schon fast froh sein, in Deutschland zu wohnen, so tolle Möglichkeiten, die sich einem hier bieten... welches Land - jetzt mal ausgenommen die typischen Verdächtigen - kann sonst von sich behaupten, Missbrauch in allen Bereichen bereits im Voraus zu verhindern und ein fair-funktionierendes Rechtssystem zu haben. Ja, ich bin wirklich froh... irgendwie... ja fast, also mehr oder weniger...

Heute lese ich im Westfalenblatt vom Fall “Zur Linde”. Gastwirt Rolf Ortmeyer aus Isselhorst soll windigem Rechtsanwalt, der im Auftrag des “Gaststätten- und Hotellerieverbandes Zur Linde” operiert, entweder 597,40 Euro + 81,43 Euro Gebühren für ein 30-jähriges Namensnutzungsrecht zukommen lassen oder den Namen der Gaststätte ändern.

Der dubiose Verein hat den Namen “Zur Linde” erst vor drei Jahren beim Deutschen Patent & Markenamt schützen lassen. Dagegen kann die Gaststätte auf eine über 300-jährige Geschichte zurückblicken. (S-O-S SEO Blog)

Aber jetzt im ernst - also das oben war nicht ernst gemeint, falls der ein oder andere auf die falsche Idee gekommen sein sollte. Jemand holt sich die Rechte an einem Namen für Gaststätten, der ungefähr seit Bestehen von Gaststätten verwendet wird und mehrere tausend (Achtung, Schätzung) Mal in Deutschland vorkommt - mit einer Geschichte, die meistens über mehrere Generationen hinaus geht. Im Gegensatz dazu, dass hier jemand die Rechte vor so kurzer Zeit an sich genommen hat (bzw. überhaupt an sich nehmen konnte)... Ne ganz ehrlich, lächerlich. Besonders, dass man damit auch noch durchkommen kann - wenn keine Gegenwehr kommt.
Nur, dass sich der betroffene Gastwirt nicht einfach so verscheißern lässt. Er hat sich an den ostwestfälischen Hotel- und Gaststättenverband gewendet und man kann nur hoffen, dass da jemandem aber richtig der Arsch versohlt wird. Kann man dann ja gleich weitermachen bei den anderen, die Abmahnungen als netten Zeitvertreib Geldbunker sehen.

Aiweh... so langsam müsste ich mich seltener mit solchen doofen Geschichten zu Abmahnungen beschäftigen :D Na ja, aber solch kuriose Geschichten... da kann man doch nicht still sitzen ;)

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