Give us your data!

30.November 2006 . Angels Sin

Mit dem Notebook in die USA reisen... das sollte man sich tunlichst nochmal überlegen. Aber zumindest das Notebook vorher nochmal gründlich auf verdächtige Sachen hin überprüfen, bereinigen oder gleich ein frisches Zweitnotebook anlegen. Denn sonst kann es zu unschönen Dingen kommen - man weiß ja nie.

US-amerikanische Zoll- und Einwanderungsbeamte haben das Recht, Notebooks sowie andere Datenträger ohne Angabe von Gründen näher zu untersuchen oder ganz zu beschlagnahmen. Dies berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf einen Bericht des Congressional Research Service an den US-Kongress. Auch in Asien ist dies möglich.

Das klingt nicht nur sehr nach Scheiße, das ist Scheiße. Aber ist klar, man will ja auf Nummer sicher gehen, auf keinen Fall den Terroristen und dem ganzen Gesocks Tür und Tor öffnen und so weiter... kennt man ja, das Spiel. Letztendlich bleibt mit Sicherheit im Dunkeln, was dann mit den Daten gemacht wird. Wichtiger Manager mit sensiblen Daten auf der Festplatte unterwegs in die USA? Na ja, man könnte ja... so zur Festigung der amerikanischen Wirtschaft einem US-Unternehmen... na ja, man könnte ja... so ganz nebenbei, so aus Versehen... die Daten zuspielen.
Die Möglichkeiten gehen da ins Unendliche. Heißt ja auch Land der unendlichen Möglichkeiten. Oder so ähnlich.

Die Verschlüsselung der Daten übrigens ist nicht unbedingt der Weg, die Daten vor der offiziellen Schnüffelei zu bewahren.

Letzteres [Verschlüsselung der Daten] ist allerdings kein Allheilmittel, da dies unter Umständen in den Landesgesetzen bereits berücksichtigt wird. Dann muss der Schlüssel zur Decodierung herausgerückt werden, im Extremfall müsste das Notebook ansonsten komplett zerstört werden.

Hilft eigentlich... wirklich ein schön leeres Notebook mitnehmen und sich die Daten, die man dann braucht per VPN oder ähnlichen Lösungen von "zu Hause" zu holen. Immerhin dürfte das sicherer sein. Davon ausgegangen, dass das Notebook natürlich gefilzt wird.

Schöne neue Welt. Schmuggel der eigenen Daten vor fremden Zugriffen in verborgensten Stellen. Man hat es ja nötig heutzutage. "Dann machen sie sich bitte frei, wir glauben ihnen nicht, dass sie noch irgendwo Datenträger mit sich führen!"
Der Ausdruck "Arschkarte" könnte demnächst neue Bereiche erreichen (man denke nur an die vielen SD-Karten (etc.) die in so ein... ok, lassen wir das jetzt lieber).

Tags: datendatenschutzeinreisenotebookssicherheitspionageusazoll
» Neueres im Blog Unbezahlbar
« Älteres in Kategorie Way to go, wikipedia

Trackback (0)

Bisher keine Trackbacks für diesen Eintrag...
 
Kuroi Tenshi's darkness - Startseite