Ich finde es ja inzwischen einfach klasse, dass man keinen Tag verbringen kann, ohne irgendwelche abstrusen Dinge von Politikern, Gerichten oder ähnlichem zu hören - außer dem Wochenende vielleicht, da sind alle eher am "ausspannen". Wenn das so weiter geht, werden wir irgendwann so überreizt sein mit dem ganzen Geschiss, dass es keinen mehr interessiert - und ich wette, darauf spekulieren Politiker etc. klammheimlich. Hoffentlich wird es nie soweit kommen ![]()

Was jetzt die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei Die Linke xx (Name gekürzt, ist ja vielleicht gar keine Person der Zeitgeschichte und so?!?!) da anzettelt, ist mit abstrus schon fast nicht mehr zu erklären.
Die stellvertretende Bundevorsitzende der Partei Die Linke hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Wikipedia-Verantwortliche gestellt wegen des Verbreitens verfassungsfeindlicher Symbole. Unter der Überschrift "Nazis raus aus Wikipedia" erhebt Katina Schubert schwere Vorwürfe. Die Wikipedia sei wegen ihrer offenen Struktur ein Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien. (heise.de)
Unhaltbar ist dabei die Tatsache, dass Frau Schubert auf dem Rücken der Wikimedia mal eben "eine gesellschaftliche Auseinandersetzung starten" wolle - verständliche Forderung vielleicht, aber falsches Herangehen an die Sache würde ich sagen.
Brisant an der Sache ist auch, dass sie nun sogar aus den eigenen Reihen Gegenwind zu spüren bekommt. So spricht Heiko Hilker, Medienexperte der Linken im Sächsischen Landtag, sogar von einem "Bärendienst", denn sie "mit ihrer Strafanzeige [zur] Debatte im Umgang mit rechtsextremistischer Propaganda im Netz" zugefügt hätte - wohl klar negativ gemeint. Dies könne sogar zu einer gewissen Selbstbeschränkung und Zensur führen, was Wikipedia quasi [in ihrem Aufbau oder mehr] zerstören würde.
Sehr konfus - wie war das mit fehlendem Grundlagenwissen über Internet und Co. bei Politikern? *hust*
Feldmann [Anwalt der Wikimedia Foundation in juristischen Fragen] betonte, dass die Wikimedia Foundation als Betreiber der Wikipedia rechtswidrige Inhalte unverzüglich aus der Enzyklopädie entfernt, nachdem sie Kenntnis von diesen erhält. In Bezug auf die vorliegende Strafanzeige wisse man aber noch nicht einmal, worum es überhaupt geht. Auch die Parteizentrale der Linken sei nicht in der Lage, den Inhalt konkret zu benennen. Feldmann vermutet, dass die bislang eher weniger in der Öffentlichkeit bekannte Anzeigenerstatterin auf fragwürdige Weise versucht, aus dem guten Namen der Wikipedia politisch Kapital zu schlagen. (golem.de)
Der Gedanke, hier wolle sich jemand auch irgendwie ins Gespräch bringen, liegt auch nicht einmal so weit entfernt - wenn man mal ein wenig darüber nachdenkt, was diese Anzeige für eine Tragweite hat. Immerhin geht es hier um die Wikipedia, eine (fast) weltweit bekannte Community, die über diese Vorgänge in Deutschland mit hoher Sicherheit auch weiterführend diskutieren wird. Hat das jetzt sein müssen, liebe Frau Politikerin? ![]()
Die Deutschen haben doch schon so einen etwas fragwürdigen Ruf was rechtliches bei neuen Medien angeht... we don't need this shit 
PS. Vielleicht vorher auch ein wenig absprechen mit den eigenen Reihen, was? Ich mein, dass kommt jetzt schon etwas peinlich, wenn da jetzt Kritik laut wird und so... ehrlich, wirft kein gutes Licht. Aber: who cares heißt's da wohl manchmal.
Und das alles "nur", weil die Wikipedia im lexikalischen Kontext NS-Symbolik zeigt. D'oh...