Die Frau Zypries, die hat mal so richtig die Keule geschwungen jetzt. Und hat dabei gleich mal ein paar Sachen getroffen - die arme Playstation, die eigentlich schon lange ihrer verdienten Rente frönen darf, die bösen und blutrünstigen PC-Spiele und das Fernsehen. Quell allen Bösen ja sowieso.
Kann sich das Fernsehen aber mal freuen, hat es doch ein paar Weggefährten für den langen Zug zur Jugendverdummung und Gewaltförderung von jungen Menschen erhalten. Ob die Playstation dies jedoch noch schaffen wird, diesen Weg zu gehen ist fraglich - das Alter, meine Lieben. Gut, die PC-Spiele haben sich dem schon lange verschrieben, endlich hat es mal jemand wirklich auf den Punkt gebracht, nicht immer nur von Indizierungen, Jugendschutz und so weiter palavern. PC-Spiele sind GIFT, sie sind BÖSE! Wie auch das Fernsehen. Die Playstation lassen wir mal in Ruhe. Einigen wir uns auf ihre Nachfolger.
Übermäßiger Fernsehkonsum sei "zweifellos eine der Ursachen" für die Probleme bei der Erziehung von Jugendlichen, so Bundesjustizministerin Zypries: "Wir wissen, dass Kinder, die viel Fernsehen, nicht richtig lernen können."
Die Ministerin bezeichnete dabei "Fernsehen, PC-Spiele und PlayStation" als Gift für Jugendliche: "Die Kinder lernen weder Sozialverhalten noch bewegen sie sich, wenn sie vor diesen Teilen sitzen, sondern werden zugeschüttet", sagte Zypries. (golem.de)
Übrigens, hat Frau Zypries das Internet eigentlich nur vergessen oder bewusst weggelassen? Vielleicht will sich die gute Frau ja noch ein paar Bösewichte für später aufheben, wenn man wieder Schlagzeilen braucht? Gute Taktik finde ich. Auch eine sehr gute Taktik ist das überlegte Weglassen der von vielen als eigentliche Probleme gesehenen Gründe für die Entwicklung - wie zum Beispiel eingeschränkte Bereitschaft von Eltern (oder verringerte Möglichkeit) sich um die eigenen Schützlinge anständig zu kümmern und diese zu erziehen oder auch die Komponente Arbeitswelt, Umwelt, Schulwelt und so weiter. Sehr richtig finde ich das, denn diese "Problemursachen" sind schlichtweg an den Haaren herbeigezogen. Nur TV, Gaming und Konsorten sind an all den bösen Taten der Jugend heutzutage schuld.
Immerhin ist Frau Zypries auch unsere Bundesjustizministerin und muss sich da auskennen. Ich habe bereits meine Spielesammlung vorbereitet um sie dem Scheiterhaufen vorzuwerfen. NICHT!
Schwachsinn... aber Politik überrascht damit nun auch wirklich nicht mehr. Würde einen schon eher überraschen, wenn mal jemand mit wirklicher Kompetenz an die Sache geht und konstruktiv mit der Scheiße befasst. Nur sind diese Leute viel zu klug, um sich in die Politik zu begeben - tja, Schicksal (wer an sowas glauben mag).
Eigentlich frage ich mich die ganze Zeit schon, warum nicht endlich gegen diese böse Jugend vorgegangen wird. Also das Profil der gewalttätigen jungen Menschen ist doch schon perfekt. Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Jugendliche mit einem Faible für Videospiele oder Jugendliche mit einem Hang zum erhöhten TV-Konsum oder... ach ne, das war es dann für'n Anfang. Also liebe Stasi Gestapo whatever, aufräumen! Wir hätten auch nichts dagegen, wenn ihr mit euch beginnt...
Frau Zypries, auf ein Wort. Ihnen könnten so viele Gamer so viele gute Argumente an den Kopf schmettern, was es mit anlernen von Sozialverhalten in Spielen auf sich hat - und das Internet erst.
Aber das haben sie ja nicht erwähnt, ich schreib es nur schon mal im voraus auf, falls. Es gibt NICHT NUR Killerspiele, aber sogar diese haben einen gewissen positiven Wert auf die eigene Entwicklung, wenn man auch anständig erzogen wird. Wir sehen von den krassen Ausnahmen, die in Deutschland sowieso von Anfang an verboten oder aber wenigstens indiziert sind ab.
Habe ich auch schon einigen netten Zeitgenossen im höheren Alter erklären dürfen - die kennen sich mit Spielen nämlich gar nicht aus, müssen aber für ihre Kinder einkaufen. Natürlich jeden Scheiß, sie wissen es ja nicht besser - was verwerflich ist. Aber erklären und die Eltern wissen auch, was sie tun können, egal welches Spiel nun gekauft wird. Es heißt schließlich Erziehung und nicht "automatisch angewachsener Automatismus zur sozialen Integration" (in eine Gesellschaft, die von sich denkt, dass sie erst die Kinder dem Fernsehen zuschieben kann (und dem PCs) und jetzt aufgrund zu weniger Fürsorge das Heulen anfangen ob der grotesken Entwicklung ihrere Sprößlinge).
Klar soweit?
Wer erinnert sich eigentlich noch an den Vorschlag einer ihrer Vorgänger im Amt, jugendgefährdende Inhalte erst ab 23:00 Uhr im Internet zuzulassen? … (Zielpublikum)
Hier hier, meld. Finde ich immer noch eine gute Idee. Ich mein, wie viel rosiger wird es in Deutschland, wenn wir nicht mehr die ganzen Terrornews mitbekommen müssen - sind ja jugendgefährdend, finde ich ![]()
Nur eine kurze Überlegung zu dem Thema, müsste man natürlich alles noch ein wenig ausbauen und nicht so verallgemeinern - aber dazu fehlt einem manchmal die Lust. Also bitte nicht auf den Schlipps getreten fühlen, das sind nur ein paar Gedanken von mir zusammengetragen.
von Alexander [Gast]