Jetzt mal rein hypothetisch.
Nehmen wir mal an, das Internet ist unser Straßennetz (die kleinen Landstraßen und so sind die letzte Meile zu den Häusern und... ja ok, lassen wir die Details). Dieses Straßennetz führt ja bekanntlich zu vielen Orten in Deutschland, das Internet auch, aber eben zu vielen Orten überall auf der Welt - geschenkt, die Analogie dürfte klar werden.
Jetzt gehen wir weiter davon aus, dass an einem Endpunkt oder mehreren Endpunkten dieses Straßennetzes (oder sonstwo unterwegs) Gebäude zu finden sind, in denen illegale Handlungen geschehen, egal welcher Natur - aber gleichzeitig auch rechtschaffene Menschen zu finden sind. Gehen wir jetzt weiter davon aus, dass die Polizei hier etwas dagegen tun müsste (sollte sie auch, von daher).
Welches Vorgehen wird man dabei als erfolgreicher und sinnvoller betrachten?
- Die Polizei legt die Straße zu diesem Gebäude/diesen Gebäuden lahm, nimmt aber keine weiteren Maßnahmen in Angriff, die Gebäude können weiterhin angefahren werden, nur eben jetzt über Schotterpisten oder etwas neben der Straße herfahren. Die illegalen Vorgänge werden nicht unterbunden, werden jetzt vermutlich sogar von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen und dehnen sich aus. Die anständigen Menschen sind in dem Gebäude von der "normalen" Öffentlichkeit nicht mehr erreichbar. Man würde natürlich als braver Bürger jede gesperrte Straße großräumig umfahren und sich freuen, dass etwas gegen die illegalen Machenschaften getan wird!
- Es wird durch richterlichen Beschluss im Voraus hingewiesen, dass das Gebäude A an Tag X in Brand gesetzt wird, damit man den illegalen Machenschaften Herr wird. An Tag X ist das Haus verlassen - mal von den braven Bewohnern abgesehen, die kein Geld für einen Umzug haben - es wird in Brand gesetzt. An diesem Ort wird nicht mehr illegal gehandelt. Zwei Straßen weiter wurde Firma Illegal XY neu aufgemacht - ehemaliger Inhaber von verbranntem Gebäude A ist Geschäftsführer. Der brave Bürger sieht natürlich Gebäude A als Ort des Bösen an, dieses ist nun weg und man freut sich über das Tun des Staates als Beschützer und freut sich über neue Firmenansiedlungen in der Nachbarschaft!
- Man verbietet der gesamten Bevölkerung, das Straßennetz zu benutzen, es ist zu einfach über dieses - eigentlich recht hilfreiche, sinnvolle und inzwischen sowieso völlig alltägliche Werkzeug - an illegalen Geschäften teilzunehmen. Straßen werden gezielt abgebaut, es wird verkündet, dass man wirtschaftlich jedoch weiterhin mit der ganzen Welt mithalten kann, es gäbe nur ein paar Hürden mehr. Ein grundsätzliches Fahrverbot findet nicht statt, gibt halt nur keine Straßen mehr. In zehn Jahren ist man zum Agrarstaat geworden. Die Bürger wissen und erfahren nicht, ob in Stadt XYZ etwas passiert, somit geht man davon aus, dass es keine illegalen Vorgänge mehr gibt. Die Bürger sind froh! (Vielleicht 'n paar Tage?!)
- Polizei und Ermittlungsbehörden gehen mit vorhandenen und den Grundrechten unterliegenden Mitteln gegen die Hintermänner vor, auch im Ausland - mit dem man in den meisten Fällen Abkommen und Möglichkeiten der weiteren Strafverfolgung hat. Die illegalen Vorgehen werden zielsicher unterbunden, die Drahtzieher sind aus dem Verkehr gezogen. Der Bürger sieht das Gebäude mit dem anrüchigen Image weiterhin in der Straße, es geschieht nur weniger - vermutlich sind diese illegalen Machenschaften einfach etwas ruhiger geworden. Der Bürger ist bedrückt, dass man nichts gegen solch offensichtliche Illegalitäten tut und zieht weiter... Die nächste Statistik über illegale Vorgänge mit positiven Zahlen wird nicht weiter publiziert, weil kein Medienecho zu erwarten ist - keine Quote, keine Wahlhilfe... Es ist einfach... leiser geworden um besagtes Gebäude. Die Opfer jedoch freuen sich!
Netzsperren im Internet sind ungefähr so hilfreich gegen Kinderpornos wie... sagen wir... ein Ballon als Airbagersatz bei 250km/h auf der Autobahn bei einem Frontaufprall. Vielen Dank auch.
Zugegeben, der Airbag würde auch nicht mehr viel helfen. Aber es ist hier alles rein hypothetisch 
So, und jetzt hab ich lang genug Pause gemacht hier im Blog. Schon vor längerer Zeit unterzeichnet, ihr macht gefälligst mit, denn je mehr Leute mitzeichnen, desto eher könnte ein langsamer Denkprozess in der Politik eintreten - dass vielleicht doch etwas dran ist an den ganzen Gegenargumenten gegen Netzsperren.
MITZEICHNEN! - gegen Netzsperren für sinnvolles Handeln gegen Kinderpornografie!
Und wem das Beispiel ziemlich "Appel mit Birne-Vergleich" vorkommt - hey, denkt einfach etwas nach, dann werdet ihr schon sehen, wie sinnvoll diese Netzsperren wirklich sind...
Außerdem sollte man sich als Mitzeichner eigentlich inzwischen mit Anzeigen und ähnlichen rechtlichen Mitteln gegen die ganzen Politiker wehren, da man ungehindert als "Pädophiler", "Mensch mit genug krimineller Energie" und noch viel Schlimmerem nicht nur verglichen sondern sogar dazu ernannt wird. Von Menschen, die einen eigentlich ja vertreten sollten. Die es bessern wissen müssten. Die aber lieber Wahlkampf spielen, als wirklich Lösungen anzubieten.
Lasst uns einen großen Teil der Menschen in Deutschland als Verbrecher dastehen, die machen bei dieser dubiosen und furchtbaren ePetition mit... und überhaupt, die fressen Kinder zum Frühstück, die gegen diese Netzsperren sind, damit will man ja nur die Guten schützen!
von yuki