AT: NA
Genres: Horror. Action. Fantasy. Mystery.
Produktionsjahr: 2000
Episoden: 1 (Movie)


Saya [Youki Kudou] ist ein mysteriöses Mädchen, die scheinbar für die US-Regierung und mit Hilfe ihres Katakanas auf Dämonenjagd geht. Sogenannte Teropterids, gefährliche Biester die sich vom Blut der Menschen ernähren, leben nämlich in menschlicher Form und überall auf der Welt unter uns. Die Handlung von Blood: The Last Vampire versetzt uns nun in einen Herbst der 60er Jahre auf eine Militärbasis in den USA. Saya hat den Auftrag, auf der naheliegenden Highschool mindestens zwei Teropterids auszumachen und zu töten. Zu diesem Zweck wird sie als japanische Schülerin in eine der Schulklasse eingeschleust. Während einer Halloween-Party kommt es zur Konfrontation.


Vampire sind in Japan, da mehr oder weniger auch eher ein europäisches Phänomen, noch ein etwas unterbedientes Thema, weswegen Blood für einige Leute wohl auch eine willkommene Angelegenheit war. Und eines muss man dem Filmchen wirklich lassen, rein optisch gibt es ein paar ganz wunderbare Motive zu entdecken. Das Charakterdesign gefällt mir persönlich zwar garnicht, doch die einwandfreie Mischung aus comicartigen 2-D Zeichnungen und digitalen Animationen wirkt stellenweise schon sehr ausgereift und weiß in wenigen, jedoch genügend Momenten durchaus zu begeistern. Auch das durchweg düstere Setting macht schon ordentlich was her. Lobenswert auch Sound und Musik, beide Elemente werden durchaus effekt- und erfolgreich zum Einsatz gebracht, so dass nicht selten eine gelungene Atmosphäre spürbar wird. Andererseits ist Blood in vielerlei Hinsicht aber auch enttäuschend. Zuersteinmal geht das Ding nur knapp über vierzig Minuten - viel zu kurz -, eine richtige Geschichte kommt erst garnicht zustande, die Charaktere wirken allesamt äußerst schablonenhaft. Viel schlimmer sind jedoch die englischen Stimmen. Wohl der Authentizität wegen (und weil Production I.G mit Sicherheit auch schneller auf internationalen Bühnen Aufsehen erregen wollte) sind weit über die Hälfte der Dialoge auf englisch und nicht auf japanisch. Nette Idee, doch leider sind Dialoge und Sprecher einfach nur schlecht. Die Gespräche klingen schrecklich steif, die Betonungen sitzen nicht und teilweise geht dadurch die gute Stimmung wieder komplett den Bach runter. Die japanischen Sprecher sind dagegen okay, kommen aber nur selten zum Einsatz und haben dadurch nicht genügend Zeit, um wirklich positiv aufzufallen. Von der Inszenierung her und besonders schnittechnisch wirkt das Ganze zudem schrecklich amerikanisch, was mit Sicherheit beabsichtigt ist, mir persönlich jedoch einfach nicht gefällt. Die Japaner dürfen meinetwegen ruhig ihren eigenen Stil beibehalten. Naja, dafür ist die Action halt gut - auch wenn die schönste Szene bereits nach etwa zwanzig Minuten abgespielt ist und der Rest nicht mehr darüber hinauskommt.


Was bleibt, ist der lobenswerte Versuch ein etwas "internationaleres" Produkt herzustellen und die mit Sicherheit wegweisende Graphik, welche auch mit unzähligen Festival-Preisen belohnt wurde. Mehr als drei Sterne sind aber auf keinen Fall drin und selbst die kriegt Blood: The Last Vampire nur mit äußerst gutem Willen verpasst, den eigentlich ist der halt viel zu kurze Film auch viel zu schnell wieder vergessen. Und die englischen Stimmen sind nunmal einfach grottenschlecht, da gibt's überhaupt keine Diskussion! Eine deutsche DVD gibt es von SPV. Auf den Film folgten eine längere TV-Serie, unzählige Manga-Adaptionen und ein paar Novellen.






Dieser Eintrag wurde am 30.12.2008 um 14:52:00 erstellt und befindet sich in Anime, fantasy, action, mystery, horror.
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