AT: 十兵衛ちゃん ーラブリー眼帯の秘密
Genres: Comedy. Drama. Action. Fantasy. Mahō Shōjo. Romance.
Produktionsjahr: 1999
Episoden: 13 (TV)


Japan im 17. Jahrhundert. Der legendäre Samurai Jubei Yagyu [Hisahiro Ogura] stellt sich seinem Erzfeind Daigo Ryujoji [Takashi Matsuyama]. Der folgende Kampf ist kurz und schmerzlos, Daigo verliert und somit bleibt die Schule der Yagyu weiterhin die Nummer Eins im Lande. Doch völlig ungeschoren kommt auch Jubei nicht davon: Er erliegt wenig später den Verletzungen, die er vom Kampf davongetragen hat. Kurz vor seinem Tode beauftragt der ehrwürdige Meister deshalb noch seinen loyalen Diener Koinusuke [Ryotaro Okiayu] mit der Suche nach einem Nachfolger. Diesem soll Koinusuke dann Jubei's geheimnissvolle, herzförmige (!) Augenklappe vermachen, in der angeblich die Kräfte der Yagyu Schwertkunst schlummern; Oder sowas in der Art. Koinusuke nimmt den Auftrag jedenfalls sehr ernst, so ernst, dass er dreihundert Jahre später immer noch auf der Suche ist. Treue über den Tod und so, nä. Zugegeben, Jubei Yagyus Angaben, wie sein Nachfolger auszusehen hat, waren auch ziemlich konfus. Wie auch immer, dreihundert Jahre später - sozusagen in unserer Gegenwart - findet Koinusukes schicksalshafte Suche endlich ihr lang ersehntes Ende. Jiyuu Nanohana [Hiroko Konishi], ein junges, absolut normales Mädchen, ist von der Idee des verlotterten Samurais aber eher weniger angetan. Die ist gerade erst mit ihrem Vater Sai [Keiji Fujiwara] in die Gegend gezogen und hat genug damit zu tun, sich um ihr eigenes Leben zu kümmern. Doch Koinusuke lässt nicht locker und dann tauchen plötzlich auch noch mysteriöse Attentäter auf, die im Namen der Ryujoji Schule agieren und einen gewissen Jubei Yagyu zum Duell fordern wollen. Jiyuus sowieso nicht gerade leichtfüßiger Alltag wird auf den Kopf gestellt.


Die eigentliche Handlung ist schnell erklärt: Jiyuu Nanohana, die von ihrem Vater drolligerweise mit dem Spitznamen Jubei gerufen wird, braucht nur die herzförmige Augenklappe aufzuziehen und schon besitzt sie die gesamte Kraft der Yagyu Schwertkunst. So inklusive Verwandlung und so. Das Auftauchen eines "neuen" Jubei Yagyu ist für die Ryujoji Schule jedoch Grund genug, ihren alten Groll gegen die Yagyu auszugraben und Jagd auf Jiyuu zu machen. Ganz speziell hat man es dabei auf die Augenklappe abgesehen, dessen Kräfte sich gewisse Hintermänner natürlich zu Nutze machen wollen. Lange Rede, kurzer Sinn, Jubei-chan - Secret of the Lovely Eyepatch hört sich an wie eine durchschnittliche Mahō Shōjo Serie, ist es aber nicht. Das Ganze ist mehr eine Parodie des Genres an sich, was sich bereits im Vorfeld am Titel festmachen lässt und natürlich daran, dass sozusagen ein ziemlich männlicher, japanischer "Nationalheld" plötzlich im Körper eines kleinen Mädchens steckt. Und übrigens: Jubei Yagyu hatte in der Realität wahrscheinlich eine Augenklappe, aber natürlich keine 'Herzförmige'; Sozusagen der erste Running Gag von vielen. Umso erstaunlicher, dass die Serie auch ihre ernsten Seiten hat, die mindestens genauso gut funktionieren wie die humorvollen Elemente. So ist die Vater-Tochter Beziehung zwischen Jiyuu und ihrem Vater Sai ziemlich emotional, die Mutter ist vor längerer Zeit gestorben, mehr als einmal dürfen beim Zuschauer jedenfalls die mentalen Tränen fliessen. Das dabei ab und zu die Schwelle der Normalität überschritten wird (ganz speziell ist diese eine Aktion gemeint, in der Papa Sai versucht Jiyuus Fieber zu senken - das war jedenfalls ziemlich skurril), macht die Serie nur umso bemerkenswerter.


Aber ich schweife irgendwie ab, kommen wir zum Punkt. Jubei-chan ist mit Sicherheit relativ eigen und bietet einen Humor, der möglicherweise das Prädikat "besonders japanisch" verdient hätte. Trotzdem ist das Ding eine exzellente Serie. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren war ich in einem Kino, in denen die ersten Folgen im Originalton und ohne Untertitel ausgestrahlt wurde - da war die Serie noch ziemlich frisch. Jedenfalls saßen gut ein Dutzend Leute in dem Kino und alle haben gelacht. Ich könnte schwören, dass kaum einer japanisch verstanden hat, doch viele Gags sind so gut und eindeutig, dass eigentlich jeder seine Freude dran haben kann. Gesunder Slapstick jedenfalls, doch ganz weit weg davon, stumpfsinnig zu sein. Ebenso lobenswert sind die vielen, quicklebendigen Charaktere, das Feingefühl für wirksam plazierte Dramen - und das muss man bei soviel essentiellen Irr- und Schwachsinn in der Story erstmal hinkriegen - sowie wunderbare Samurai-Action. Letztere ist zwar meist ziemlich kurz, tritt jedoch regelmäßig genug in Erscheinung und ist dann meistens auch flott und originell genug inszeniert, um bei Laune zu halten. Insgesamt ist Jubei-chan also eine durch und durch kurzweilige Angelegenheit. Handlung und Dialoge sind spätestens unter dem Gesichtspunkt der Parodie ziemlich genial und ein paar außergewöhnliche Höhepunkte gibt es dann auch noch. Wirkliche, fassbare Minuspunkte hat die Serie eigentlich nicht, bis auf die Tatsache, dass sie höchstwahrscheinlich nicht Jedermann's Geschmack ist. Und daran lässt sich ja wohl nur schwer was ändern. Ein ganz großes Lob übrigens noch an die Sprechkünstler, besonders Ryotaro Okiayu, Hiroko Konishi und Keiji Fujiwara geben großartige Leistungen ab. Fujiwara ist meiner Meinung nach eh irgendwie Kult. Die Animationen sind übrigens gut, der Soundtrack immerhin okay; Es gibt ein paar einprägsame Melodien, doch letztendlich kaum was großartig Bemerkenswertes. Ein richtiges Opening gibt es nicht, das Ending "Forever" von 1999 Shojo Tai (ähäm...."1999er Mädchen Brigade"?!) ist altbackend und kitschig, aber auf fiese Weise ansteckend. Ein deutsches Release gibt es nicht, in den USA bekam die Serie gleich mehrere Veröffentlichungen spendiert und zwar von Bandai Entertainment. 2004 lief im japanischen Fernsehen ein Sequel.








Dieser Eintrag wurde am 24.03.2009 um 23:23:23 erstellt und befindet sich in Anime, drama, mahō shōjo, comedy, fantasy, action, romance.
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Allerdings sind beide Teile ziemlich zueinander ziemlich redundant. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, das gleiche noch einmal in grün zu sehen. Der Soundtrack ist in jedem Fall sehr löblich und stimmig.