AT: セイバーマリオネットJ
Genres: Science-Fiction. Action. Comedy. Drama. Romance. Mecha.
Produktionsjahr: 1996
Episoden: 25 (TV)






Als die Mesopotamia, ein Raumtransporter voller Kolonisten von der Erde, einer schlimmen Katastrophe zum Opfer fällt, schafft es nur eines der unzähligen Rettungsschiffe auf eine Planetenoberfläche. Insgesamt überleben sechs Männer den Absturz auf Terra II, einem ungemütlichen Planeten, der regelmäßig von gefährlichen Plasmastürmen heimgesucht wird. Mit Rettung ist nicht zu rechnen und Frauen haben auch keine überlebt, also beginnen die technisch versierten Kolonisten mit der Produktion von Klonen. Dreihundert Jahre später haben sich auf Terra II so bereits mehrere Staaten und Länder etabliert, ihre Bewohner allesamt Klone der ersten sechs Überlebenden, doch auch allesamt männlich. Eine Frau zu klonen war ohne Original nicht möglich. Doch ganz ohne Frau geht's natürlich nicht, weswegen als Ersatz fürs Weibe, zum Vergnügen und für die Hausarbeit geeignet, sogenannte Marionetten produziert werden. Frauenähnliche Robotor. Der ärmliche Otaru Mamiya [Yuka Imai] kann sich ein solches Luxusgerät aber natürlich nicht leisten. Mit miesen Jobs hält der Junge sich mehr schlecht als recht am Leben. Zu seinem Unglück wird Otaru zusätzlich noch ständig von einer arroganten Type namens Mitsurugi Hanagata [Takehito Koyasu] herumgeschubst. Doch eines Tages ändert sich das alles. Als Otaru nämlich zufällig durch den Boden eines verkommenen Gemäuers kracht und so in einer seltsamen Kammer landet, trifft er zum ersten Mal auf Lime [Megumi Hayashibara]. Lime, offensichtlich eine Marionette, hängt sich nicht nur völlig selbstständig an Otarus Fersen, sondern benimmt sich auch sonst relativ ungewöhnlich. Fast menschlich könnte man meinen, doch in jedem Fall nicht wie ein willenloser Roboter. Während sich Otaru also mit seinem neuen Mitbewohner auseinandersetzt, sammelt in einem benachbarten Staat der größenwahnsinnige Dikator Faust [Hikaru Midorikawa] seine uniformierten Truppen, um die restliche Bevökerung des Planeten zu unterwerfen.


Unterhaltsamer Klassiker, sympathisch und altmodisch in seiner Machart, inhaltlich auf routinierte Weise abgedreht und fantasievoll. Otaru ist zwar kein tiefgründiger Hauptcharakter, aber auch keine Dumpfbacke. Der wahre Star ist sowieso Lime. Megumi Hayashibara verzaubert mal wieder auf virtuose Weise das Gehör des Zuschauers und verleiht ihrem eigentlich mechanischen Charakter eine unglaubliche Lebendigkeit. Im Verlauf der Story kommen übrigens noch zwei weitere Marionetten hinzu: Cherry [Yuri Shiratori] und Bloodberry [Akiko Hiramatsu]. Cherry ist in ihrer semi-korrekten Verkörperung der traditionellen, japanischen Frau etwas merkwürdig, aber trotzdem nicht unsympathisch, Bloodberry ähnlich flach, doch genauso leidenswert. Gegen Lime kommt natürlich keine der Beiden an. Jene ist nunmal unglaublich liebenswürdig und sorgt mehrmals für großartige Comedymomente. Es gibt zudem eine überraschend emotionale und aufgrund ihrer Einfachheit geradezu geniale Folge über Lime und ein kleines Eichhörnchen. Fast interessanter als die Protagonisten sind aber tatsächlich die Bad Guys inklusive ihrer nationalsozialistischen Züge. Deren wortwörtlicher Führer Faust stellt sich im Nachhinein als relativ tragische Figur heraus und die Auftritte seiner drei Untergebenen Panther [Kikuko Inoue], Tiger [Urara Takano] und Luchs [Yuko Mizutani] sind schon rein optisch eine begrüßenswerte Angelegenheit. Unnötig zu sagen, dass Otaru und seine drei Begleiterinnen der globalen Invasion Fausts schon bald Einhalt gebieten müssen, womit dann auch der eigentliche Plot gegeben wäre.


Action gibt es ausreichend, manchmal sogar halbwegs aufregend und gut animiert. Seine erleuchtenden Momente hat Saber Marionette J aber eher dann, wenn es wirklich witzig, liebenswert oder tragisch sein will. Vereinzelt erreicht die Serie da ein sehr hohes Niveau, wenn auch nicht durchgängig. Die Zeichnungen und überhaupt das generelle Szenario sind jedoch stark Geschmackssache. Das Charakterdesign kann ziemlich kantig dreinschauen und der Mix aus feudalem Japan und futuristischem Equipment ist mehr als trashig, aber irgendwo auch ganz drollig anzusehen. Die Story ist eh ziemlich absurd und wirkt auf den ersten Blick mal wieder relativ sexistisch, was sich im Nachhinein und zum Glück aber eher als unbegründete Vorahnung herausstellt. Eigentlich sind Handlung und dessen Verlauf sogar relativ begrüßenswert, immerhin bleibt man seinen Ideen treu und zieht viele der Elemente konsequent durch. Das Finale hätte allerdings einen Tick gigantischer ausfallen können. Zwischendurch gibt's zudem ein paar Ausfälle, wie z.B. die Folge mit Otarus Stardom, allerdings kaum Schwerwiegenderes. Der Soundtrack erinnert desöfteren an bessere SNES Musik, was in diesem Fall positiv gemeint ist - es gibt jedenfalls ein paar ziemlich mitreißende Themes.


Insgesamt hat mir Saber Marionette J eigentlich ziemlich gut gefallen, auch wenn das zu einem großen Teil mal wieder an Hayashibaras Beteiligung lag. Nostalgiker werden aber so oder so ihren Spaß haben, die Serie bietet nämlich auch fernab Hayashibaras Leistung beste Klassik-Unterhaltung inklusive wunderbarer Slapstick Momente. Einmal verwandelt sich ein riesiges Schloß in einen Super-Mecha-Roboter. Na, wenn das mal nix ist. Drei superdicke Sterne für den Kult, der nur ganz knapp an den viel schöneren vier Sternen vorbeirauscht. Leider nicht mehr großartig, aber doch äußerst genießbar, alleine schon der Vertonung wegen. Deutsche DVDs gibt es von Anime House, eine US-Version von Bandai, dazu noch ein paar alternative Fassungen, teilweise jedoch vergriffen. Der TV-Serie ging eine OVA vorraus, welche zeitlich allerdings nach der Storyline von Saber Marionette J einzuordnen ist. Außerdem folgten mehrere Fortsetzungen, wie z.B. Saber Marionette J Again. Ein paar Manga gibt es natürlich auch. Das Opening "I'll be there" kommt selbstverständlich von Megumi Hayashibara persönlich und rockt, wie immer.








Dieser Eintrag wurde am 31.07.2009 um 19:09:09 erstellt und befindet sich in Anime, drama, science-fiction, mecha, comedy, action, romance.
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