AT: HAND MAID メイ
Genres: Comedy. Romance. Science-Fiction. Drama. Ecchi.
Produktionsjahr: 2000
Episoden: 10 + 1 Bonus Episode (TV)






May [Maria Yamamoto] ist eine sogenannte Cyber Doll, eine Art Hausputz-Roboter, gerademal ein paar Zentimeter groß, Akku und USB-Kabel sind im Lieferumfang enthalten. Cyberdolls, eine wahnwitzig niedliche und zugleich utopische Erfindung, die natürlich schrecklich viel Geld kostet. Mays momentaner Besitzer Kazuya Saotme [Takayuki Yamaguchi], Student und Computerfreak, hat aber nicht wirklich viel für das technische Wunderwerk bezahlt. Eigentlich garnichts. Das Paket wurde ihm scheinbar zufällig zugestellt und nun will der Hersteller natürlich die Kohle kassieren - ein paar Millionen sind wohl noch offen. Das Geld hat Kazuya nicht, doch May zurückgeben, kommt auch nicht in Frage - dafür hängen die Beiden schon zu sehr aneinander.


Voller Pantyshots und natürlich nicht frei von schrägen Fetischen, als funktionierende Geschichte letztendlich unsinnig, da sich hier ein Zeitreise-Paradoxum nach dem Nächsten enttarnt, aber im Großen und Ganzen doch sympathisch und irgendwie niedlich. May ist ein liebenswerter Charakter, man schaut ihr gerne dabei zu, wie sie mit Mühe und Nut dem Hausputz fröhnt und aufgrund ihrer geringen Körpergröße das tägliche Einkaufen zum Abenteuer werden lässt. Kazuya ist ein typischer Junge, eher uninteressant, aber beneidenswert in seiner Position als begehrter Junggeselle - denn natürlich verwandelt sich die anfängliche (und rein physisch gesehene unmögliche) RomCom zwischen May und ihm letztendlich zu dem, was der Volksmund hier und da gerne als Harem-Anime bezeichnet: Viele attraktive Frauen (hier größtenteils mechanische) scharen sich um den herzensguten, aber irgendwie ahnungslosen Protagonisten und alle kämpfen sie um dessen Aufmerksamkeit. Nicht selten gestaltet sich das größtenteils elektronische Eifersuchts-Drama dabei auch relativ witzig, den Höhepunkt erreicht der teils pubertäre Humor in der Szene mit dem berüchtigten 'Love Bed'.


Die Geschichte an sich ist trotz aller Unsinnigkeit relativ interessant, da es mit Tempo vorangeht und mehrere, teils wirklich überraschende Wendungen auf den Zuschauer warten. Der größte Reiz von Hand Maid May liegt jedoch zumindest meiner Meinung nach in der zurückhaltenden, doch äußerst vertrauten Beziehung zwischen Kazuya und seiner Nachbarin Kasumi Tani [Mikako Takahashi], die besonders in einer Folge wunderbar einprägsam geschildert wird. Es ist schon rein prinzipiell die interessanteste Beziehung, weil Kasumi im Gegensatz zu den anderen Weibern keine Cyberdoll ist, sondern halt komplett Mensch. Das eigentliche Augenmerk der Geschichte liegt aber natürlich schon auf Titelcharakter May und den Cyberdolls im Allgemeinen. Stellenweise versucht sich die Serie auch als ernstes, emotionales Drama, was nicht immer wirklich funktioniert, aber immerhin manchmal. Insgesamt bleibt über Hand Maid May kaum mehr zu sagen. Die Serie wurde ganz klar mit gewissen, zwielichtigen Intentionen produziert. Dem Zielpublikum wird's gefallen, andere wiederum winken nur müde ab. Ich persönlich bin weder begeistert, noch enttäuscht, einige Charaktere waren mir sympathisch, manche Gags sind zum Lachen, manche funktionieren wiederum kaum. De facto, kriegt man mit Hand Maid May einen leicht überdurchschnittlichen Mix aus Romanze, Comedy und träumerischer Science-Fiction präsentiert, inklusive drolliger Titelfigur. Die Inszenierung des Ganzen ist relativ altbackend. Musikalisch gibt's nix Besonderes zu vermerken und optisch bleibt's im leicht positiven Bereich. Wirklich aufregend sieht der Anime nicht aus, mal von den Momenten abgesehen, in den detaillierte Reizwäsche präsentiert wird. In Deutschland gab es kein Release, die Amerikaner wurden dank Geneon versorgt. Da die Firma ja schon lange tot ist, bleibt es fraglich, inwiefern man an die Serie rankommen will.










Dieser Eintrag wurde am 31.10.2009 um 14:49:00 erstellt und befindet sich in Anime, drama, science-fiction, comedy, romance, ecchi.
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