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Claes ~ Anime Kritiken und Reviews ~

Madlax Permalink

AT: マドラックス
Genres: Mystery. Drama. Action. Fantasy.
Produktionsjahr: 2004
Episoden: 26 (TV)

Madlax

Früher wurden die tropischen Landschaftszüge von Gazth-Sonika als irdisches Paradies bezeichnet, inzwischen sind es lebensgefährliche Kriegsgebiete. Dafür verantwortlich ist ein scheinbar endloser Bürgerkrieg, der seit vielen Jahren das Gesicht der ehemals wunderschönen Nation entstellt. Ein normales Leben ist hier schon lange nicht mehr möglich. Söldnerin Madlax [Sanae Kobayashi] fühlt sich auf den Schlachtfeldern Gazth-Sonikas jedoch wie zu Hause, ihr täglich Brot verdient sie mit Mord & Todschlag. Als scheinbar willenloses Werkzeug einer unsichtbaren Macht erfüllt sie jeden Auftrag mit Bravour, ihre Fähigkeiten scheinen dabei fast übermenschlich.

Madlax

In dem Lande Nafrece herrscht paradiesischer Frieden, Ordnung und Ruhe bestimmen den harmonischen Alltag. Hier führt Margaret Burton [Houko Kuwashima], letzte Erbin einer wohlhabenden Aristokraten-Familie, ein durch und durch unschuldiges Dasein. Von der Außenwelt fast gänzlich abgeschirmt, verschläft die junge Dame den halben Tag; Den Rest vergisst sie einfach. Margaret scheint an einer seltsamen Krankheit zu leiden, die einer lethargischen Apathie gleicht. Ohne die ihr loyal ergebene Maid Elenore Baker [Ai Uchikawa] wäre sie wohl kaum lebensfähig. Von den Unruhen im Lande Gazth-Sonikas bleit das Leben hier verschont.

Madlax

Margaret Burton und Madlax, wahres Unwissen und unbewusste Lüge. Ignoranz und Tod. Zwei unterschiedliche Menschen, die trotz ihrer Entfernung unweigerlich miteinander verknüpft sind. Wo überschneidet sich ihr Schicksal? Auf der Suche nach verlorenen Erinnerungen, nimmt die Wahrheit mehr und mehr eine häßliche Form an.

Madlax

Desöfteren als Noir Kopie abgetan, bekam Madlax nur wenig Anerkennung von den Fans. Eigentlich unfair, denn abgesehen von gewissen Figurenkonstellationen und altbekannten Stilmitteln erzählt Madlax eine völlig neue Geschichte. So geht es nicht nur um die mysteriöse Verbindung zwischen der freundlichen Auftragsmörderin und dem scheinbar unschuldigen Mädchen aus Nafrece, sondern auch um die nebulösen Ursachen des Bürgerkriegs in Gazth-Sonika und um die Organisationen und Mächte die im Hintergrund intervenieren sowieo manipulieren; Allen voran das fassunglose Konstrukt mit dem Namen Enfant, ein geheimer Bund mit undurchschaubaren Absichten. Viele der scheinbaren Parallelen zu Noir entpuppen sich im Nachhinein als etwas völlig Neues. Im Gegensatz zu Noir spielt Madlax außerdem in einer rein fiktiven Welt.

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Ein großer Reiz von Madlax liegt in der gelungenen Atmosphäre; Trotz meist friedlicher Motive wird desöfteren ein Gefühl von Bedrohung vermittelt. Gerade das ruhige Leben Margarets im viel zu stillen Nafrece scheint nur eine Fassade für eine dunkle, noch schlummernde Wahrheit zu sein, die sich dem Protagonisten und Zuschauern nur stückchenweise nähert. Auf faszinierende Weise entblättert sich der Plot nach und nach, die Zusammenhänge von Figuren, Firmen und Ländern werden klarer und setzen sich langsam aber sicher zu einem immer interessanter werdenen Gesamtbild zusammen. Die innerhalb des Rahmens agierenden Charaktere sind dabei durchweg gut geschrieben, flache Stereotypen sind unauffindbar. Großartig beispielsweise die Figur der Limelda Jorg [Aya Hisakawa], eine leidenschaftliche Scharfschützin die es auf Madlax abgesehen hat. Besonders faszinierend wird es gegen Ende, wenn sich hinter den Motivationen und Handlungen der Charaktere plötzlich eine tiefe Tragik entblößt. Ein paar Mal fließen seelische Tränen. Kitschig wird's zum Glück nicht.

Madlax

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Der größte Fehler der Serie ist gleichzeitig auch ihr größter Geniestreich. In den finalen Episoden und Wendungen mutiert das Szenario nämlich zu einer surrealen Metapher über das Vergessen und Akzeptieren, über die Masken der Menschen und die wahren Gesichter dahinter. Ein philosophischer Diskurs über die Essenz des Menschseins, ob Moral und Gewissen uns beschränken oder freimachen. Es wird tiefgründig, abstrakt und im Nachhinein leider auch etwas unlogisch, bzw. verdammt fantasievoll. Action- und Militär-Otakus, die wahrscheinlich handfestere Handlungsstränge bevorzugen, werden da mit Sicherheit enttäuscht. Madlax ist daran natürlich nicht ganz unschuldig, die Serie weckt zu Beginn mit Sicherheit falsche Erwartungen und verknüpft das Finale im Meta-Gewand mehr schlecht als recht mit dem Vorhergegangenen. Mir persönlich hat die Conclusio trotzdem sehr gut gefallen: Die Message ist großartig und die dahintersteckende Idee eine lobenswerte. Außerdem ein Ende, was nur kaum vorhergesehen werden kann.

Madlax

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Ernste Charaktere, mysteriöse Ereignisse, Kriegswirren und Intrigen, letzten Endes aber vorallem ein philosophisches Werk voller Meta-Ebenen; Wer sowas sucht, ist mit Madlax durchaus gut beraten. Den etwas trägen und teils sogar langatmigen Erzählstil muss man jedoch verkraften können. Weiterhin darf man keine wirklich guten Actionszenen erwarten - Madlax tut sich da noch schwerer als Noir. Realismus wird jedenfalls nicht gerade groß geschrieben, was in Anbetracht des surrealen Plots aber auch garnicht so schlimm ist. Immerhin gibt es dafür Neon- und Sonnenlicht durchflutete Bilder, schöne Hintergründe und durchaus akzeptable Animationen. Optisch beweist Madlax ein virtuoses Feingefühl für mächtige Motive, zumindest in manchen Szenen. Der Soundtrack stammt erneut von Meisterin Yuki Kajiura und hat wieder ein paar großartige Tracks zu bieten, auch wenn sich viele davon in der Serie endlos zu wiederholen scheinen. Da die Musik so gut ist, stört das aber auch nicht wirklich. Ich persönlich hatte große Freude an Madlax. Obwohl die Serie von Zeit zu Zeit ziemlich durchwachsen ist, bleiben die positiven Momente einfach zu stark in Erinnerung. Tolle Geschichte! DVDs gibt es in den USA von ADV Films.

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