AT: Unbeugsam
Produktionsland: USA
Genres: War. Drama. Action. Historic.
Regie: Edward Zwick


1941. Deutschland besetzt Ost-Europa. Die Eltern der vier Bielski Brüder werden von den Nazis im Rahmen der Judenverfolgung erschossen. Die Geschwister selbst können jedoch entkommen. Zuflucht finden sie in einem der Wälder Weißrusslands. Doch plötzlich tauchen weitere Flüchtlinge bei den Bielskis auf und suchen ebenfalls Schutz. Alte Menschen, Frauen und Kinder wollen versorgt werden. Der älteste der Brüder, Tuvia [Daniel Craig], übernimmt widerwillig die Verantwortung. Doch die Gruppe wächst und wächst, was das Verstecken vor Behörden und Soldatentrupps natürlich immens erschwert. Außerdem ist es inzwischen fast unmöglich, ausreichend Nahrung und Versorgung für die Gruppe zu organisieren. Und während Tuvia für die Probleme der Gruppe größtenteils friedliche Lösungen herbeisehnt, will Bruder Nummer Zwei, Zus [Liev Schreiber], die Flüchtlinge am Liebsten zum Partisanen-Trupp befördern.


Defiance fängt ziemlich gut an. Bei den ersten paar Szenen denkt man jedenfalls noch, dass das Ding tatsächlich was taugen könnte. Optisch ist der Film stellenweise verdammt hübsch anzusehen, ein paar Szenen wohnt der Zauber einer gewissen Authentizität inne, die Darsteller sind - abgesehen von nachgeäfften Akzenten - brauchbar. Irgendwo beeindruckend sind auch ein paar der emotionalen Schlüsselmomente zu Beginn, doch ich will jetzt natürlich nix verraten. Wie auch immer, denn leider hält das der Film ja eh nicht durch. Plötzlich kommen da diese ganzen biblischen Vergleiche mit dem alten Testament hoch; Die Flucht der Bielski-Partisanen wird mit dem Exodus Kapitel des alten Testaments gleichgestellt und viele der Dialoge strotzen vor hohlen, oberflächlichen und teils sogar abgegriffenen Aussagen. Hier und da ist falscher Pathos am Werk, zudem verfehlt der Film seine Intention mindestens um die Hälfte, die sich laut Zwick um die Vermittlung folgendes Konflikts dreht: Muss man seine eigene Menschlichkeit aufgeben, um Menschen zu retten? Kann man Monster nur bekämpfen, wenn man selbst zum Monster wird? Aha. Naja. Dieses Problem wird in den Dialogen zwar angesprochen, aber aufgrund der bereits genannten Oberflächlichkeiten kommt da nunmal nicht viel rum. Auch der Rest des Films wirkt diesbezüglich nicht schlauer. Überhaupt ist es irgendwie nicht ganz eindeutig, was uns Defiance jetzt eigentlich erzählen will, die Geschichte findet nur schwerlich seine innere Mitte. Ganz abgesehen davon, strotzt die Inszenierung vor Routine, spannende Regie-Kniffe bleiben eigentlich aus, auf der Suche nach Innovation und Originalität sollte man sich woanders umsehen. Deswegen fragt man sich wohl auch ständig, inwiefern dieser Film überhaupt nötig war. Nicht, dass die NS-Zeit nicht noch unzählige Stunden von Filmen hergeben könnte oder das gar die Geschichte der Bielski Gebrüder - denn natürlich handelt es sich hierbei um eine wahre Begebenheit - nicht interessant genug wäre; Aber in diesem gleichgeschalteten Format von Film ist das weder besonders effektiv, noch macht es groß Sinn. Von Spannung oder Unterhaltung kann auch nur minder die Rede sein. Dabei ist Daniel Craig eigentlich ziemlich ordentlich und - wie gesagt - ein paar einzelne Momente sind durchaus gut. Als Gesamtwerk schlägt Defiance aber leicht fehl, mir persönlich gibt der Film weniger was. Action gibt's auch nur ab und zu; Sieht auch nicht immer toll aus. Die Krönung diesbezüglich ist die lächerliche Szene mit der Bombardierung durch billige CG-Flugzeuge. Inklusive Zeitlupe, Tinnitus-Effekt und einem bedeppert dreinschauenden Craig. Historisch richtig ist der Film da dann schon lange nicht mehr. Fast grottenschlecht.





Dieser Eintrag wurde am 10.05.2009 um 22:22:22 erstellt und befindet sich in Film, Action, Drama, War, Historic.
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