AT: 추격자; Chugyeokja
Produktionsland: Südkorea.
Genres: Thriller. Drama. Crime.
Regie: Na Hong-Jin


Joong-Ho [Yun-Seok Kim] war früher mal Polizist, ist inzwischen aber nur noch ein zweitklassiger Zuhälter. Ständig beschwert er sich darüber, dass er viel zu gut zu seinen Mädchen sei. Nichtsdestotrotz schickt er die schweißgebadete, fiebrige Mutter [Yeon-Hie Seo] eines 7-jährigen Kindes zu einem unzufriedenen Kunden. Warum so erbarmungslos? Joong-Ho braucht Geld und ein paar seiner Mädchen sind seit Kurzem einfach verschwunden; Das Geschäft zu halten ist deshalb natürlich nicht einfach, also gibt's auch keine Ausnahmen! Außerdem glaubt Joong-Ho seinen Mitmenschen generell kein Wort. Infolgedessen macht sich Mi-Jin, die Mutter des Kindes, schweren Leibes auf den Weg zu ihrem Kunden. Währenddessen ermittelt Joong-Ho weiter nach dem Verbleib der Prostituierten, die für ihn gearbeitet haben. Doch die sind nicht einfach nur verschwunden, geschweige denn abgehauen oder sowas. Als Joong-Ho endlich merkt, was los ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Vielleicht stellenweise ein bißchen arg konstruiert, vielleicht zehn, zwanzig Minuten zu lang, aber ansonsten ein fast einwandfreier Thriler mit spannendem und teils sogar überraschendem Handlungsverlauf. The Chaser besticht nicht nur durch seine gute Optik, u.A. schöne Aufnahmen von verregneten Straßen und Gassen, sondern vorallem auch durch jene erbarmungslose Konsequenz, welche dem Film schon so oft das Prädikat "grausam" verschaffte. Da mag Joong-Hos Wandlung vom scheinbaren Nihilist zum Menschenretter auch noch so hingeschissen wirken (und das ist sie ja eigentlich garnicht), die brutale Handlung ist einfach verdammt spannend. Nicht zuletzt verhilft auch das erfolgreiche Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers zur weiteren Überzeugung. Die düstere Atmosphäre trägt zusätzlich zum zwielichtigen Genuß bei. Jedoch nicht allzu viel Tempo erwarten, abgesehen von ein paar schön gesetzten Verfolgungsjagden zu Fuß und einigen wenigen Prügeleien, gibt es nämlich nicht viel Action im eigentlichen Sinne. Hochspannend und interessant bleibt's meiner Meinung nach aber trotzdem, nicht nur aufgrund Yun-seok Kims wirklich guter Performance. Auch die anderen Haupt- und Nebendarsteller gehen voll in Ordnung. Und was die emotionale Schiene angeht, wird's auf überzeugende Art & Weise ziemlich bitter und mitreißend; The Chaser ist, was das angeht, auf jeden Fall keine leichte Kost. Zumindest wenn man aufmerksam bleibt und alles brav mitbekommt. Außerdem endlich mal wieder ein koreanischer Film, bei dem die Handlung klar strukturiert ist, die Szenen an den richtigen Stellen sitzen und der Überblick nicht aufgrund eines völlig konfusen Drehbuchs flöten geht. Hat mich überzeugt. Handelt sich zudem um den Debütfilm des Regisseurs. Find' ich bemerkenswert.



Dieser Eintrag wurde am 22.06.2009 um 21:04:00 erstellt und befindet sich in Film, Crime, Drama, Thriller.
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