AT: Goldenes Gift
Genres: Crime. Drama. Thriller.
Regie: Jacques Tourneur







Jeff Bailey [Robert Mitchum], ein Mann mit nebulöser Vergangenheit, arbeitet in einer kleinen Gemeinde auf seiner Tankstelle. Seine Freizeit verbringt er mit der wunderschönen Ann Miller [Virginia Huston], die er am Liebsten heiraten würde. Im Prinzip wollen das alle Beide, doch irgendwas Unausgesprochenes scheint noch zwischen dem Pärchen und der erhofften, rosa-roten Zukunft zu stehen. Als plötzlich ein alter Bekannter Baileys auftaucht, ein gewisser Jack Fisher [Steve Brodie], wird auch langsam klar, um was es sich dabei handeln könnte. Baileys Vergangenheit und sein Gewissen sind nämlich nicht gerade rein von Schuld und ein paar alte Rechnungen wollen wohl noch beglichen werden...

Komplexer und großartig inszenierter Film-Noir, der es dem Zuschauer von Zeit zu Zeit jedoch verflixt schwer macht, sich mit ihm anzufreunden. Das fängt schon mit dem reingeschnittenen, dreißigminütigen Epos von Rückblick an und hängt ganz generell auch mit den schnellen Ortswechseln innerhalb der Handlung zusammen. Mal ganz abgesehen von den vielen, durchweg wichtigen Figuren, die man sich allesamt merken muss. Ohne genügend Aufmerksamkeit verliert man jedenfalls schnell den Überblick, vorallem auch weil Out of the Past stellenweise ziemlich subtil im Plot voranschreitet. Kann man sich damit anfreunden, wird man jedoch mit einem großartigen Robert Mitchum belohnt, der die Rolle des abgewrackten und lakonischen Zwielichts-Gesellen perfekt dargibt. Ebenfalls großartig sind die Auftritte von Jane Greer und Kirk Douglas, Letzterer hat zumindest einen richtigen Wahnsinns-Moment zu bieten. Viele der anderen Darsteller verdienen sich ebenfalls ziemlichen Respekt. Der Film selbst bietet zudem wunderbar ausgeleuchtete s/w-Szenen, sehr atmosphärisches Material, äußerst stilsicher in den Kasten gebracht. Ein paar der Landschaftsbilder und Motive bleiben eindrucksvoll in Erinnerung. Der Soundtrack von Roy Webb dudelt mir manchmal zu sehr rum, passt sich aber ansonsten nahtlos den Szenen an. Die tiefgehende Geschichte des Films erzählt äußerst überzeugend von einem Mann, der vor seiner verfänglichen Vergangenheit in ein unschuldiges Leben flüchten will. Die fatalistische Moral des Ganzen macht dabei leicht sauer, verleiht dem Gangster-Drama aber auch die wahrscheinlich damals als notwendig erachtete Tragik. Nur zweifelhaft gut. Genauso wie die ganze Methodik der sprunghaften Erzählung an sich, auch wenn Mitchums trockene Sprüche für fast all' diese Minuspunkte im Nachhinein entschädigen dürften: "Can't you even feel sorry for me?" "I'm not going to try." oder "Oh Jeff, you ought to have killed me for what I did a moment ago." "...There's time.". Sowas ist einfach klasse, mal ganz abgesehen davon, dass die Dialoge ganz generell ziemlich gut sind. Und es gibt 'nen super altmodischen Faustkampf, so richtig Hollywood-Style. Out of the Past hat mir jedenfalls ziemlich gut gefallen. Ein bißchen zu schwer und arg kompliziert erzählt ist er dann aber doch. Nichtdestotrotz ein sehenswerter Film.




Dieser Eintrag wurde am 28.06.2009 um 19:06:00 erstellt und befindet sich in Film, Crime, Drama, Thriller.
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