AT: Watchmen - Die Wächter
Genres: Science-Fiction. Drama. Fantasy. Action.
Regie: Zack Snyder







Basierend auf dem gleichnamigen, legendären Comic, erzählt Watchmen eine Art parellele Zeitlinie des kalten Krieges: Präsident Nixon [Robert Wisden] tritt nicht zurück. sondern wird inzwischen gar zum dritten Mal gewählt. Während die Soviets weiter Atombomben aufstocken, fühlt sich Amerika dank der Watchmen jedoch relativ sicher. Besonders der fast omnipotente Dr. Manhattan [Billy Crudup] scheint unbesiegbar. Falls es zu einem nuklearen Angriff kommt, hofft die amerikanische Bevölkerung darauf, dass Manhatten die Raketen abwehren wird. Doch der blaue Riese, für den Zeit- und Ortbegrenzungen keinerlei Bedeutung mehr haben, verliert so langsam das Gefühl für die Realität und damit sein Interesse am menschlichen Leben. Nur seine Geliebte Laurie Jupiter [Malin Akerman], ebenfalls ein Watchmen, scheint Manhattans letzte Verbindung zu dem Leben, was wir gern als menschlich bezeichnen. Und die restlichen Watchmen bestehen größtenteils nur noch aus altgewordenen Superhelden, die ihren Glauben an Recht und Ordnung schon lange verloren haben. Ehemalige Helden wie Ozymandias [Matthew Goode] genießen ihr Dasein inzwischen sogar in der Öffentlichkeit, als gemachte Geschäftsmänner. Nur der leicht verrückte Rorschach [Jackie Earle Haley] hält noch an seiner alten Identität fest und glaubt weiterhin an seine Aufgabe als gerechter Rächer. Doch, bleibt man objektiv, verspricht keiner dieser Ex-Helden eine Rettung vor dem nahenden Holocaust.

Manchmal großartig, manchmal halt nicht. Zack Snyder war bis jetzt wahrlich kein Meister der Erzählung, aber immerhin ein kleiner Meister der visuellen Wunder. Das beweist er auch in Watchmen erneut, und zwar mit unzähligen, wirklich tollen Montagen, vielen stilvollen Slow-Mo Episoden, krassen Farbspielereien und ganz allgemein einem ganzen Haufen Spezialeffekte. Die einleitende Szene von Watchmen inklusive Bob Dylan Song ist jedenfalls ganz toll und nur eines der vielen Beispiele, die den Film so besonders machen. Die paar Computereffekte, die dann doch etwas negativ hervorstechen, lassen sich so auch gerne übersehen. Weniger übersehen, lässt sich aber die Tatsache, dass der Film sich inhaltlich etwas übernimmt. Zu Beginn wirkt die Handlung zwar noch relativ gut verpackt, so als ob man den Epos von Comic tatsächlich innerhalb von knappen drei Stunden abhandeln könnte, doch im weiteren Verlauf verzettelt sich die Geschichte; Findet nur einen Schwerpunkt, um ihn kurz darauf wieder zu verlieren und dann wieder auf ein anderes Thema zu schwenken. Viele Zeit, Orts- und Perspektivwechsel machen das Ganze auch nicht besser, selbst wenn es schon fast genial ist, inwiefern Snyder letztendlich doch noch die Übersicht bewahrt. Aber die Übersicht bewahren, reicht nicht, ich will involviert werden, ich brauche fühlbare Höhepunkte und Konflikte und der schockierende End-Twist sollte auch halbwegs schockieren. Macht er aber nicht. So gut der Film stellenweise auch sein mag, er versäumt es, so etwas wie wirkliche Spannung und Interesse zu erzeugen. Sagenhaft kurzweilig ist Watchmen im Endeffekt dann nur dank seiner interessanten Dialoge, den epischen Figuren und halt der visuellen Umsetzung. Und die ersten beiden Sachen stammen ja eh aus der vorzüglichen Vorlage.

Nichtsdestotrotz ist Watchmen ein lohnendes und irgendwo originelles Erlebniss. Immerhin wird hier auch nicht groß mit Action geprotzt, sondern eher mit tragischen Figuren, nihilistischen Einstellungen und grausamen Begebenheiten. Die geschickte Mutation wirklicher Geschichte, wie z.B. das JFK Attentat, lässt den Film zusätzlich gewinnen. Als zehnstündiger, High-Budget Serien-Epos wäre das Ganze aber vielleicht doch besser gewesen. Auch wenn sowas bei den heutigen Verhältnissen mit Sicherheit nie produziert wird. Überhaupt, ist es schon ein kleines Wunder, dass Zack Snyder überhaupt die Kohle für so ein massenuntaugliches Werk bekommen hat; Letztendlich ist es wahrscheinlich nur seinem Überraschungshit 300 zu verdanken. Mein Fazit für Watchmen: Gut gemacht, sehr ambitioniert, trotz langer Laufzeit erstaunlich kurzweilig und der exzellenten Vorlage sogar relativ treu. Trotzdem inhaltlich over the top, zuviel in zuwenig Zeit, deswegen zumindes rein emotional nicht immer nachvollziehbar. Fast der einzige Fehler des Films, welcher ihm jedoch ein Stück seiner Magie beraubt.

Dieser Eintrag wurde am 04.07.2009 um 12:24:00 erstellt und befindet sich in Film, Action, Drama, Fantasy, Science-Fiction.
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