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Es geschah am hellichten Tag (1958; West-Deutschland, Schweiz, Spanien) Permalink

AT: It Happened in Broad Daylight
Genres: Thriller. Crime. Drama.
Regie: Ladislao Vajda

"...was es auch immer für verborgene Orte gibt."

Ladislao Vajda - Es geschah am hellichten Tag - 1958

Der Hausierer Jacquier [Michel Simon] stolpert im Wald über die Leiche des Schulkindes Gritli Moser. Panisch flüchtet er zunächst ins nahe liegende Gasthaus und beschließt dort, nach einigen ängstlichen Minuten, die Polizei zu verständigen. Nicht lange und das Unglück hat sich in ganz Mägendorf, ein verschlafenes Städtchen in der Nähe Zürichs, rumgesprochen. Jacquier wird demzufolge als Mörder gebrandmarkt. Doch der hält in den Verhören an seiner Unschuld fest. Angestellter der Polizei und Doktor Hans Matthäi [Heinz Rühmann] ist der Einzige, der dem harmlosen Hausierer Glauben schenkt. Zudem hat er den Eltern der toten Gritli versprochen, in jedem Fall den wahren Mörder hinter Gittern zu bringen. Als die Polizei den Fall schon für abgeschlossen hält, kämpft Matthäi weiterhin um den wirklichen Täter.

Kam damals fast zeitgleich mit Friedrich Dürrenmatts Roman Das Versprechen raus, welcher sozusagen die Vorlage zu Es geschah am hellichten Tag ist. Film und Buch weichen jedoch stellenweise voneinander ab. Unter Anderem folgte auch ein Remake namens The Pledge von Sean Penn, mit Jack Nicholson.

Ladislao Vajda - Es geschah am hellichten Tag - 1958

Wie auch immer, der momentan bewusste Film - mit einem ausnahmsweise mal ernsten Heinz Rühmann - überzeugt so-gut-wie vollkommen. Die s/w Krimigeschichte wird straff erzählt, ohne langatmige, ausschmückende Pausen in der Storyline. Einige der Entwicklungen der Handlung gehen sogar so schnell von der Hand, dass sie fast ein wenig zu unglaubwürdig wirken. Überhaupt wirkt der Film hier und da etwas distanziert, vielleicht kalt und Heinz Rühmann besitzt auch nicht immer die vollkommene Tragkraft, die seine komplexe Figur eigentlich benötigt, wodurch das leichte Gefühl von Unglaubwürdigkeit bezüglich einiger der Aktionen und Handlungen der Figuren noch gesteigert wird.

Hört sich jetzt schlimm an, ist aber garnicht so verherrend, denn Rühmann spielt ganz generell schon eher gut und die paar Falten in der Story lassen sich mit etwas Fantasie schnell ausbügeln. Letztendlich besticht Es geschah am hellichten Tag auch weniger durch eine exzellente Darstellung des Hauptcharakters, bzw. durch eine authentisch wirkende Inszenierung, sondern halt viel mehr durch das geschickte Zusammenspiel der verschiedenen Handlungselemente; Und ganz besonders wirksam ist der altmodische Krimi natürlich auch durch Gert Fröbes Performance als schreckliche Type namens Herr Schrott. Fröbe ist großartig, genial, erste Klasse. Er gibt dem Film den richtigen Kick. Die anderen Nebendarsteller, u.A. auch Michel Simon, sind ebenfalls ziemlich gut.

Ladislao Vajda - Es geschah am hellichten Tag - 1958

Auch visuell ist Es geschah am hellichten Tag ein erwähnenswertes Erlebniss. Regisseur Ladislao Vajda schafft atmosphärische Motive von Wäldern, Autobahnen und Menschen. Die trügerische Idylle des schweizer Vorortes trägt noch zusätzlich zur speziellen Atmosphäre des Films mit, ebenso die vielen, deutschen Dialekte und Akzente - sowas mag ich immer an alten Filmen aus Deutschland; Die unseren heutigen Ausschuß an Spiefilmen übrigens qualitativ immer noch um Längen schlagen, zumindest meiner Meinung nach. Der Soundtrack stammt von einem Bruno Canfora und passt ebenfalls gut.

Es geschah am hellichten Tag ist ein spitzen Thriller aus deutschem Lande mit mindestens einem exzellenten und immerhin einem ziemlich guten Darsteller. Die Spannung hält sich bis zum Ende aufrecht, ein paar Szenen sind geradezu schon gruselig. Hat mir sehr gut gefallen, in jedem Fall empfehlenswert und irgendwo auch ein Must-See.

Ladislao Vajda - Es geschah am hellichten Tag - 1958


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