AT: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Produktionsland: USA.
Genres: Drama. Fantasy. Romance. Mystery.
Regie: David Fincher


Am letzten Tag des ersten Weltkrieges wird ein sonderbarer Junge in New Orleans geboren. Seine Mutter stirbt noch im gleichen Augenblick. Als der Vater, ein gewisser Thomas Button [Jason Flemyng], seinen Sohn erblickt, erschrickt er und stürmt panisch aus dem Haus hinaus, das Kind in seinen Armen. Auf den Treppen eines Altenhauses lässt er das Neugeborene zurück. Die Pflegerin Queenie [Taraji P. Henson] entdeckt das Balg und beschließt, es bei sich aufzuziehen. Und das obwohl der Junge eine äußerst seltsame Krankheit zu haben scheint: Sein Körper entspricht dem eines alten Mannes, der kurz vor seinem Tode steht. Der Doktor gibt Queenies Adoptivsohn, welchen sie im Übrigens Benjamin [Brad Pitt] nennt, kaum noch Zeit zum Leben. Doch Benjamin übertrifft alle Erwartungen, wächst und wird älter...oder sollte man eher sagen jünger?
Wusste nicht, was zu erwarten war und wurde immerhin mit Finchers wahrscheinlich unspektakulärstem Werke belohnt. Nichtsdestotrotz kein schlechter Film. Die fantasievolle und doch absurde Idee des Films hat ihre Faszinationen, wird aber ohne große Überraschungen auf die insgesamt weit über zwei Stunden ausgedehnt. Besonders spannend wird's daher schonmal nicht, aber immerhin optisch eindrucksvoll. Wurde zwar bestimmt schon oft gesagt, doch Maske und Effekte des Films sind von Zeit zu Zeit unglaublich. Ein paar doofe Computereffekte - heutzutage anscheinend unvermeidbar - sind hier jedoch auszuklammern. Brad Pitt spielt relativ gut, ebenso Cate Blanchett, sein weiblicher Counterpart. Alles in allem stellt sich The Curious Case of Benjamin Button jedoch als äußerst routiniertes Werk heraus, gänzlich frei von großen Überraschungen oder ganz besonderen Eindrücken. Wirklich lobenswert und erinnerungswürdig bleibt im Nachhinein nur die Intention, dem Zuschauer seine Unabhängigkeit von den Zahlen und deren Begrenzungen zu geben, die man allgemeinhin als Alter und Altersbeschränkungen bezeichnet. Doch gutgemeinte Meta-Ebenen machen noch lange kein Meisterwerk aus. Auch nicht die wunderbar einsetzenden, historischen Randnotizen, für die Fincher spätestens seit Zodiac ein besonders Können besitzen muss. Doch trotz aller Routiniertheit fand ich Benjamin Button im Endeffekt relativ unterhaltsam, mit Sicherheit sehr schön gemacht und gut gemeint, natürlich sentimental und tragisch, doch weniger kitschig und abgehoben, als man meinen könnte. Kein Geniestreich, überlang und überbewertet, aber immer noch in Ordnung.
Dieser Eintrag wurde am 13.07.2009 um 21:49:00 erstellt und befindet sich in Film, Drama, Romance, Fantasy, Mystery.
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