AT: Der tödliche Freund
Genres: Horror. Science-Fiction. Comedy.
Regie: Wes Craven


Mutter Jeannie [Anne Twomey] und ihr superschlauer Sohn Paul [Matthew Laborteaux] ziehen inkusive eines selbstkonstruierten Roboters in eine neue Gegend. Dort wird die sprechende Blechdose von der eingespielten Nachbarschaft aber nicht immer mit offenen Armen empfangen. Ziemlich unfreundlich ist beispielsweise der finstere und nebenan lebende Pringle [Richard Marcus], der auf brutalste Art & Weise seiner eigenen Tochter Samantha [Kristy Swanson] nachstellt. Die verguckt sich schon bald in Paul, was ihrem Vater noch weniger gefällt. Eines Tages kommt es deswegen mal wieder zu Handgreiflichkeiten im Hause der Pringles, wobei Samantha kritische Verletzungen erleidet...
Deadly Friend macht zuerst den Eindruck, als ob sich die Story um einen putzigen, jedoch insgeheim gefährlichen Roboter drehen würde. Ein Robotor-Horrorfilm sozusagen. Aber von der Prämisse darf man sich nicht täuschen lassen, Wes Craven schlägt mit seinem recht drolligen Filmchen im Nachhinein ganz andere, relativ absurde, aber immerhin auch überraschende Wege ein. Die Story verläuft jedenfalls keinesfalls wie geplant, auch wenn einzelne Szenen für sich relativ ausgelutscht wirken - zumindest bei kontextloser Betrachtung. So schockt Deadly Friend aber immerhin mit mindestens einer gnadenlos übertriebenen Splatterszene, die man so weder erwartet, noch wirklich vergisst. Atmosphärisch funktioniert der Film ebenso, eine relativ bedrohliche Stimmung kommt nämlich trotz des infantilen Plots und seiner fast durchweg kindlichen Darsteller zustande; Unabhängig davon, kann man das Geschehene natürlich trotzdem zu keinem Zeitpunk ernstnehmen. Das Ganze ist im Endeffekt nie mehr als wirklich überzeugender Trash, aber halt doch Trash. Die jungen Schauspieler wirken relativ ambitioniert, wenn auch keinesfalls gut. Das und die unzähligen, abgegriffenen Klischees, die der Film szenenweise so abgrast, sorgen aber nur zusätzlich für den unterhaltsamen Trashfaktor. Denn egal wie schrecklich dämlich und unsinnig sich Deadly Friend größtenteils gibt, der Film zieht sein Ding mit so eiserner Konsequenz und überzeichneter Brutalität durch, dass man, mit einem Augenzwinkern ausgestattet, einfach dem Grinsen verfallen muss. Mit einem Faible für selbstbewussten 80er Jahre Schrott kann Deadly Friend jedenfalls einen Heidenspaß machen. Erwähnenswert auch der Soundtrack, besonders der kultige Song von den Credits.
Dieser Eintrag wurde am 18.07.2009 um 12:00:00 erstellt und befindet sich in Film, Comedy, Science-Fiction, Horror.
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