AT: S.W.A.T. - Die Spezialeinheit
Produktionsland: USA.
Genres: Action. Crime.
Regie: Clark Johnson


Der Veteran Sgt. Harrelson [Samuel L. Jackson] soll ein neues SWAT-Team für die Division zusammenstellen. Dafür sucht er sich ein paar eiskalte Jungs und Mädels aus. Darunter eine vielversprechende Type namens Jim Street [Colin Farrell], die heiße Latino-Braut Chris Sanchez [Michelle Rodriguez] und der coole Deke [LL Cool J]. Nach einem harten Training wartet auch schon der erste Auftrag auf die Profis. Und dazu noch ein Großer.
Actionfilm für Zwölfjährige, die es schon cool finden, wenn Colin Farrel seinen ersten Einsatz mit dem Spruch "Let's rock'n roll!" beginnt. Natürlich ist das alles aber garnicht cool, geschweige denn gut. Inhaltlich hält sich der Film viel zu lange mit der Vorgeschichte zu den verschiedenen Figuren auf, die aber allesamt keine wirkliche Persönlichkeit haben. Der Prolog endet erst nach einer Stunde, wenn der Film schon zur Hälfte vorbei ist. Bis dahin gab's gerade mal eine vernünftige Szene, nämlich die Sache mit der Übung im Flugzeug. Ansonsten beobachtet man die vollen sechzig Minuten lang, wie sich die wahrscheinlich qualitativ ärmsten Charaktere der Welt zu einem seelenlosen Team zusammenraufen. Keine Figur interessiet auch nur im Geringsten. Rodriguez spielt einen Witz von Charakter und LL Cool J spielt eigentlich garnichts, so hauchdünn und flach ist das Profil seiner Figur. Jackson ist erschreckend langweilig, Farrell noch der Beste im Bunde, doch hat er kaum Gelegenheiten, irgendwas Großes zu zeigen. Der Film möchte anscheinend so richtig schön oberflächlich sein. Als Team überzeugt die Bande zu keinem Zeitpunkt. Die Story selbst ist relativ simpel und vorhersehbar, nur der eigentliche Aufhänger des Films - welcher seltsamerweise auch erst nach der ersten Stunde offenbart wird - macht halbwegs Spaß und fabriziert im Nachhinein ein paar trashige Actionmomente, die ganz unterhaltsam sind. Trotzdem gibt es insgesamt viel zu wenig Action. Und davon ist auch kaum was gut. Der Showdown ist ein erbärmlicher Witz, im Prinzip ist nur der Shoot-Out zu Beginn - da noch mit netten und involvierenden Bildern im Doku-Stil gewürzt - irgendwie sehenswert, alles dannach ziemlich bißlos. Ganz schlimm auch der Soundtrack. Entweder gibt es überdramatische Heldenmusik zu hören oder ganz schrecklich unpassende Populärmusik aus der Unterhaltungsindustrie. Die Polizeieinsätze werden so nicht selten mit Coolness und Party-Feeling untermalt. Selbstverständlich gibt S.W.A.T. aber einen Dreck auf Realismus und wirkt in seiner plüschigen Glorifizierung tödlicher Polizeiarbeit fast schon wie ein schlechter PR-Stunt amerikanischer Behörden. Wäre ja alles verkraftbar, wenn's wenigstens genügend richtige Action geben würde, doch Fehlanzeige! Der einzig wirkliche Pluspunkt des Films ist letztendlich nur noch die Optik. Clark Johnson kriegt durchaus ein paar ästhetische Bilder hin. Und Fans von The Wire kriegen Domenick Lombardozzi in einer Nebenrolle zu sehen. Aber das war's auch schon. Mieser Film, nur empfehlenswert, wenn man vergessen hat, was hollywoodianischer Stumpfsinn nochmal war.
Dieser Eintrag wurde am 18.07.2009 um 20:08:00 erstellt und befindet sich in Film, Crime, Action.
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