AT: Tödliches Kommando - The Hurt Locker
Produktionsland: USA.
Genres: War. Thriller. Action. Drama.
Regie: Kathryn Bigelow


Baghdad. Nach einem tödlichen Zwischenfall übernimmt hier Sergeant William James [Jeremy Renner] die Heldenrolle im Disarm Squad der Bravo Company. Konkret heißt das, er darf sich von nun an einen gepanzerten Schutzanzug überstülpen und in der Hitze des Gefechts die ein oder andere Bombe für das US Militär entschärfen. Und die Gelegenheit dafür bietet sich in der von Krisen zerfressenen Stadt nicht gerade selten. Bombenanschläge gegen die vermeintlich feindliche Besatzung stehen auf der Tagesordnung. Anstatt sich vor der ständig lauernden Gefahr jedoch zu fürchten, stürzt sich James geradezu selbstmörderisch in seine Einsätze. Dabei sind es nur noch 39 Tage bis zur Ablösung der Kompanie, außerdem warten Frau und Kind auf den wagemutigen Helden. Warum also diese scheinbare Todessehnsucht?
Diese Frage beantwortet The Hurt Locker leider nicht. Inhaltlich steht zwar sehr wohl die psychologische Wandlung des zivilen Bürgers zur adrenalinsüchtigen Kampfmaschine im Vordergrund, doch wird dieser Prozess nur äußerst oberflächlich abgegrast. Ein ergiebiges Bild des Phänomens entsteht nicht. Ebenso wenig werden der eigentliche Konflikt und dessen Hintergründe beleuchtet, der dargestellte Plot beschränkt sich auf die Arbeit der Soldaten, das ständige Entschärfen von Bomben und die allgegenwärtige Paranoia in einem fremden Land voller potenzieller Feinde. Das macht aber nix, denn Kathryn Bigelow inszeniert ihre Spannungsmomente so kraftvoll und intensiv, dass inhaltliche Unzulänglichkeiten locker wegzustecken sind. Schon die erste Szene ist hochexplosives Material, ganz zu Schweigen von einer späteren, unheimlich realistischen Scharfschützenschlacht inklusive einem gottgleichen Ralph Fiennes in einer genialen, aber kurzen Nebenrolle. Dank unzähliger solcher Szenen, beginnt man zumindest den Adrenalinrausch nachzuvollziehen, den The Hurt Locker gerne als Urpsrung aller Faszination des Krieges andeutet. Mit Hilfe dieses Aspekts erfüllt The Hurt Locker seine inhaltlichen Pflichten ja dann eigentlich doch, wenn auch nur Hintenherum. Denn immerhin ist der Film so sauspannend, dass wir gerne noch mehr sehen würden, obwohl das Dargestellte eigentlich durch und durch unangenehm zu beurteilen ist. Die Sucht nach dem Adrenalin packt zu. Doch nicht nur der einmaligen Action, sondern auch der Optik wegen stellt sich The Hurt Locker als kleines Meisterwerk heraus. Die größtenteils urbanen Schauplätze wurden nie atmosphärischer eingefangen. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist eigentlich nur Jeremy Renner, der zwar eigentlich ganz okay ist, mich persönlich aber noch nie hundertprozentig überzeugen konnte. Weiterhin kriegen wir noch Guy Pearce zu sehen und für wenige Minuten Evangeline Lilly, falls die überhaupt Jemand leiden kann.
Fazit also: Guter Film, in dem es gewaltig kracht. Hochspannung und großartige Action garantiert, trotz schwerer Thematik erfreulich kurzweilig und straff. Inhaltliche Defizite sind da schnell verziehen!
Dieser Eintrag wurde am 01.08.2009 um 15:54:00 erstellt und befindet sich in Film, Action, Drama, War, Thriller.
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