AT: Arabeske
Produktionsland: USA.
Genres: Mystery. Adventure. Comedy. Romance.
Regie: Stanley Donen


Mysteriöse Schnitzeljagd nach einem mit Hieroglyphen beschriebenem Papier hinter dem gleich mehrere Parteien mit nebulöser Agenda her sind. Professor David Pollock [Gregory Peck] stolpert als potentieller Übersetzer der verschlüsselten Botschaft zwischen die Fronten, erst abenteuerlustig, dann um sein Leben rennend. Mit dabei ist die verführerische Yasmin Azir [Sophia Loren], dessen Verhalten jedoch alles andere als vertrauenserweckend ist.

Merkwürdiger Film. Arabesque bietet einerseits unglaublich faszinierende Bilder, andererseits aber auch eine völlig grenzdebile Handlung, welche zu Beginn ein paar sinnvolle Haken schlägt, dann aber nur noch seltsame Purzelbäume, die uns letztendlich zu einer unwahrscheinlichen und viel zu konstruierten Auflösung des rätselhaften Plots befördern. Hinzu kommt, dass das Ganze als durchaus spannende Spionage-Angelegenheit beginnt, dann aber mehr und mehr von völlig deplazierten Comedysequenzen zersetzt wird. Einige von denen sind extrem dämlich und Gregory Peck wirkt darin leicht fehlbesetzt. Umso erstaunlicher, dass Sophia Loren sich währenddessen keine Blöße gibt, nur einmal darf sie nackt in der Dusche stehen. Im Anschluß daran übrigens eine der dämlichsten "Ich hab die Seife fallen lassen" Momente überhaupt.

Zu sagen, Arabesque wäre ein guter Film, fühlt sich jetzt irgendwie falsch an. Zu behaupten, Arabesque wäre ein bemerkenswerter Film, ist vielleicht noch untertrieben. Das es mir ein Rätsel ist, wie so ein Stück Film produziert werden konnte, ist die bloße Wahrheit. Manchmal fühlt sich das Ganze ein bißchen wie James Bond an, dann kommt plötzlich ein Gefühl von Hitchcock auf und letztendlich mutiert's dann doch wieder zu einer romantischen Sommerkomödie. Einige Szenen sind sauspannend, manch anderes einfach nur absurd und mindestens eine Sequenz will überhaupt nicht in den Film passen: Pecks nächtlicher Drogentripp auf der Autobahn.

Ziemlich viele Zutaten in einem Kessel, doch der Eintopf mundet glücklicherweise. Vielleicht weil das Ganze mit all seinen verspiegelten und verzerrten Motiven so verflucht großartig aussieht. Vielleicht aber auch weil der Soundtrack von Henry Mancini genau ins Schwarze trifft. Vorallem aber auch weil der Film so selbstbewusst mies sein kann. Sehenswert schon alleine aufgrund Alan Badel, der einen besonders arabischen Araber gibt - naja, wer's glaubt. Der orenientalische Flair, welcher der Geschichte anhaftet, ist aber durchaus angenehm. Toller komischer Film jedenfalls. Perlentaucher, die nach einzigartigen Raritäten Ausschau halten, sollte einen Blick wagen.



Dieser Eintrag wurde am 24.12.2009 um 02:23:23 erstellt und befindet sich in Film, Romance, Comedy, Mystery, Adventure.
Eine Antwort auf den Eintrag kannst du unten erstellen. Als registriertes Mitglied kannst du auch per E-Mail über neue Kommentare informiert werden, ansonsten kannst du die Kommentare über den externen Betreiber co.mments verfolgen.
Du kannst auch dieses Blog über den RSS 2.0-Feed sowie alle neuen Kommentare syndizieren.
http://nikki.kenmai.de/htsrv/trackback.php/3871
Bisher keine Trackbacks für diesen Eintrag...
________________________________

























