AT: Kampf der Titanen
Produktionsland: USA.
Genres: Fantasy. Adventure. Romance.
Regie: Desmond Davis


Clash of the Titans erzählt die Legende vom Göttersohn Perseus [Jack Gwillim], der gegen Seemonster, Gorgonen und andere Untiere zu bestehen hat, um die wunderschöne Andromeda [Judi Bowker] endlich in seinen Armen zu wissen. Klassischer Abenteuerfilm, basierend auf der griechischen Mythologie, ansatzweise mit durchaus hintergründigem Gedankengut inszeniert, vorallem aber auffallend durch Ray Harryhausens unvergleichliche Stop-Motion Effekte, die trotz eines bemerkbaren Alters immer noch faszinierende Bilder daherzaubern.

Die fantasievollen Beschwerlichkeiten der irdischen Menschenwelt als fatalistisches Ventil von göttlichen Eifersüchteleien und Rivalitäten aus den Reihen der olympischen Herscharen. Hintergründig eine der uralten Mythen gerechte Darstellung menschlicher Gefühlsentscheidungen im Rahmen göttlicher Macht, soll heißen, die Götter des Olymps sind hier fehlerhafte, ja eigentlich völlig menschliche Wesen, die sich nur in ihrem Machtpotenzial von einem normalen Lebewesen unterscheiden. Insofern offenbart sich die göttliche Fügung als selbstverliebte Plutokratie ohne wirkliche Daseinsberechtigung; Ein Machtkonstrukt, welches letztendlich den Menschen auf der Erde doch nur nur das Leben erschwert.

Harry Hamlin gibt den naiven, jedoch mutigen Helden voller Tatendrang, ein Unschuldslamm, dessen vorbestimmtes Schicksal er ohne Widerworte zu erfüllen weiß und damit den Göttern schonmal einiges an Charakter vorraushat. Wären alle Menschen wie Perseus, nämlich ohne Furcht und Tadel, so wären die angeblichen Vorbilder in Form von Göttergestalten ja garnicht mehr von Nöten, was eine relativ einleuchtende und begrüßenswerte Botschaft ist. Abseits all dieser Meta-Gedanken, die für den eigentlichen Filmspaß ja auch eher weniger von Bedeutung sind, fabriziert Clash of the Titans vorallem eines, nämlich mächtige Bilder von antiken Städten, magischen Kreaturen und halbnackten Helden. Ein echter Sandalenfilm mit viel Fantasie, ein Heldenepos mit viel Liebe und Tragik, aber vorallem ein optisch und atmosphärisch faszinierendes Erlebniss voller Einmaligkeiten. Mein persönlicher Höhepunkt ist der Besuch in Medusas Höhle.

Stören tut nur, dass der Titel Clash of the Titans ein bißchen dämlich gewählt ist, denn immerhin kommt im Prinzip nur ein Titan vor: Die Kraken. Und die ist ja noch nicht mal ein wirklicher Titan und stammt auch garnicht aus der griechischen Mythologie. Ebenfalls nervig ist, dass Höllenhund Cerberus nur zwei Köpfe hat, anstatt drei, was tricktechnisch wohl zu aufwändig war, aber trotzdem einen ziemlichen Faux Pas darstellt. Trotz dieser kleinen Mankos und den szenenweise stark veralteten Techniken bleibt Clash of the Titans ein erinnerungswürdiges Erlebniss, welches den Zuschauer die vollen zwei Stunden gefangen nimmt. Das bald erscheinende Remake wird es sehr schwer haben.



Dieser Eintrag wurde am 16.01.2010 um 12:04:00 erstellt und befindet sich in Film, Romance, Fantasy, Adventure.
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