AT: The Human Centipede
Produktionsland: Niederlande.
Genres: Horror. Comedy.
Regie: Tom Six


Dr. Heiter [Dieter Laser] lebt relativ abseits der Gesellschaft, hat gerne seine Ruhe und braucht zudem einen lieben Hund, der ihm morgens seine Zeitung vor die Füße legt. Da sein letztes Haustier jedoch kürzlich verstorben ist, muss Ersatz her. Dem Mengele-Verschnitt, der seltsamerweise von verwachsenen Körperteilen und siamesischen Zwillingen begeistert ist, fällt nichts Besseres ein, als sich insgeheim drei menschliche Opfer zu suchen, diese per OP zusammenzuschweißen und sich einen menschlichen Tausendfüßler zu basteln. Dann kommt Morgens auch wieder die Zeitung ans Bett.

Pervers, dämlich und natürlich auch ein bißchen eklig. Furchtbarer Film, der mir furchtbar viel Spaß bereitet hat. Das liegt in erster Linie an der abgehobenen Grundidee, welche von Anfang bis Ende einfach mal radikalst durchgezogen wird. Hier gibt's keinen Halt, geschweige denn genauere Erklärungen, warum der fiese Nazi-Doktor dieses perfide Vorhaben unbedingt umsetzen muss. Er macht's einfach. Und er hat Spaß dabei.

Neben der verrückten Geschichte, begeistert aber vorallem Dieter Lasers Performance. Der Typ ist Wahnsinn in Person und das obwohl seine Figur allerhöchstens als kultige Karikatur durchgeht. Trotzdem super, wie Laser da durch die dunklen Flure des abseitigen Anwesens schleicht, seine Mimik und Gestik, die Fresse alleine schon und natürlich auch die ständigen deutschen Schimpfereien im O-Ton. Mit Sicherheit auch nicht zu unterschätzen die Performance der drei Auserwählten: Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie und allen voran der Japaner Akihiro Kitamura. Zum Finale hin geben sich auch noch die zwei coolsten deutschen Bullen der Filmgeschichte die Ehre: Andreas Leupold und Peter Blankenstein. Was für geile Penner.

Letztendlich absolut abgehobenes Erlebniss und aufgrund seiner Absurdität auch kaum ernstnehmbar. Wegen Lasers ironischer Performance auch eher humorvolles Kommentar zum momentanen Stand des Genre, als ernstgemeinter Beitrag dazu. Oder Hommage an Frankenstein, Re-Animator & Co. Oder einfach 'nen Drecksfilm, wie man halt so drauf ist. Ich persönlich würde das Ding für die beste Komödie des Jahres nominieren. Außerdem garnicht so mies gemacht. Übrigens handelt es sich bei dem Ganzen um eine liebenswerte Familienproduktion.

Dieser Eintrag wurde am 23.12.2010 um 01:04:00 erstellt und befindet sich in Film, Comedy, Horror.
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