AT: Der Marshal
Produktionsland: USA
Genres: Western. Drama. Action.
Regie: Henry Hathaway


Die junge Mattie Ross [Kim Darby] will ihren Vater rächen, welcher von einem kriminellen Saufbold hinterrücks niedergeschossen wurde. Tom Chaney [Jeff Corey], der gesuchte Übeltäter, hat sich zusammen mit anderen Kleinganoven ins indianische Territorium abgesetzt. Mattie beauftragt daraufhin den eingefleischten Marshal Rooster Cogburn [John Wayne] mit der Jagd nach Chaney. Hinzu kommt noch der Texaner La Boeuf [Glen Campbell], welcher sich ebenfalls für Chaney interessiert, weil jener in Texas einen Senator umgenietet hat. Letztendlich macht sich das ungleiche Trio nach einigen Streitereien - Mattie kann La Boeuf nicht leiden und der einäugige Cogburn will das Mädchen rein aus Prinzip loswerden - zusammen auf die gefährliche Jagd.

Western-Klassiker mit tollem Drehbuch, welches besonders durch die starke und ziemlich junge Protagonistin geprägt wird. Außerdem mit einigen schönen Landschaftsbildern gesegnet. Viele Szenen wirken allerdings auffällig hölzern und manchmal sogar unfreiwillig komisch, besonders einige Dialogszenen mit Glen Campbell. Auch Kim Darby kommt etwas unsicher und steif daher, hat aber das Glück, dass das zu ihrer Rolle passt. John Wayne steht dagegen über allen und überzeugt eigentlich vollends. Den Oscar kriegt er trotzdem nur wegen der Augenklappe und nicht etwa, weil er besonders gut oder gar besser als sonst spielt. Fast interessanter als die Hauptdarsteller sind eigentlich Robert Duvall und Dennis Hopper, die zwar Beide nur sehr selten in Erscheinung treten, aber dafür einen überraschend bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Geschichte selbst punktet mit vielen, interessanten Momenten, kommt aber eigentlich erst nach einer Stunde so richtig in Gang - wenn unser reitendes Trio die kleine Hütte am Fluss erreicht und dort dann ein ausgiebiges und manchmal wunderbar trashiges Intermezzo zwischen Pro- und Antagonisten stattfindet. Im Finale wird's dann nochmal so richtig amüsant, wenn John Wayne völlig losgelöst mit Flinte und Pistole berserkerhaft auf seine Widersacher zuschaukelt. Wirklich bedauerlich ist eigentlich nur der Soundtrack von Elmer Bernstein, welcher Fürchterliches daherdudelt, fast sekündlich sein Thema wechselt und mir ständig irgendwelche Stimmungen aufdrücken will. Argh.

Nicht durchgängig guter, aber mit Sicherheit interessanter John Wayne Klassiker. Schöne Bilder, schlimme Musik, wechselhafte Darsteller, ein paar gute Dialogfetzen und doppeldeutige Momente; Immerhin eine wirklich geniale und längere Sequenz mit positivem Trashfaktor. Als Genrefan natürlich ein kleines Muß. Von den Gebrüder Coen kommt dieses Jahr ein Remake mit Jeff Bridges. Das Original lässt noch Platz, Potenzial für einen besseren Film wäre also gegeben.



Dieser Eintrag wurde am 08.01.2011 um 14:10:00 erstellt und befindet sich in Film, Action, Drama, Western.
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